Ein UGC-Retainer ist ein Monatspaket: Eine Marke bucht jeden Monat eine feste Menge Videos zu einem festen Betrag. Für dich bedeutet das planbare Arbeit und weniger Zeit für Angebote. Für die Marke bedeutet es verlässlichen Nachschub an Content.
Damit der Retainer für beide Seiten funktioniert, brauchst du vier Dinge: ein Paket aus klaren Bausteinen, einen Preis aus deinem Aufwand, Regeln für Laufzeit und Anpassung und einen festen Monatsrhythmus. Genau diese vier Dinge gehst du hier durch, mit Rechenbeispiel, Vorlagen und einer Regel für Videos, die in einem Monat nicht abgerufen werden.
UGC-Retainer: der Aufbau eines Monatspakets
Ein Retainer ist ein Paket, das sich jeden Monat wiederholt. Wie ein einzelnes Paket entsteht, zeigt der Ratgeber UGC-Pakete erstellen. Für den Monat kommen drei Dinge dazu: ein Rhythmus, eine Laufzeit und eine Regel für Unterbrechungen. Das Beispiel gehört der Creatorin Mara Linden und der Marke Lunava, die Küchenzubehör verkauft:
| Baustein | Was du festlegst | Beispiel |
|---|---|---|
| Videos | Zahl und Länge je Monat | 4 Videos, je etwa 30 Sekunden |
| Hook-Versionen | Zahl je Video | 1 zusätzlicher Einstieg je Video |
| Lieferrhythmus | Wann geliefert wird | Lieferfenster Tag 5 bis 20 |
| Korrekturrunden | Zahl je Video | 2 Runden mit gebündeltem Feedback |
| Nutzungsumfang | Dauer, Kanäle, Anzeigen | 30 Tage je Video, Shop und Social, ohne Anzeigen |
| Themen | Wie sie abgesprochen werden | Gespräch am Monatsanfang |
Der Nutzungsumfang gehört zum Preis; wie du ihn im Angebot beschreibst, steht im Ratgeber UGC-Nutzungsumfang im Angebot. Wichtig ist, dass jede Zeile eine Zahl oder eine klare Angabe hat. „Nach Bedarf“ ist kein Baustein.
Den Monatspreis rechnen: Einzelaufträge im Vergleich
Der Retainer ist nicht einfach vier Einzelaufträge mit Rabatt. Er spart dir Arbeit, und nur diese Ersparnis darfst du weitergeben. Das Beispiel zeigt es mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Mara rechnet mit 40 € je Stunde und 15 % Aufschlag für 30 Tage Nutzung:
| Posten | Vier Einzelaufträge | Retainer |
|---|---|---|
| Produktion (4 Videos zu je 5 Stunden) | 20 Stunden | 20 Stunden |
| Hook-Versionen (4 zu je 1 Stunde) | 4 Stunden | 4 Stunden |
| Korrekturen (4 zu je 1 Stunde) | 4 Stunden | 4 Stunden |
| Angebot und Absprachen | 4 Stunden (je Auftrag 1) | 1 Stunde (ein Gespräch im Monat) |
| Stunden gesamt | 32 | 29 |
| Betrag mit 40 € je Stunde | 1.280 € | 1.160 € |
| Aufschlag Nutzung (15 %) | 192 € | 174 € |
| Monatspreis | 1.472 € | 1.334 € |
Nachgerechnet: 29 × 40 € sind 1.160 €, 15 % davon sind 174 €, zusammen 1.334 €. Bei Einzelaufträgen sind es 32 × 40 € = 1.280 € plus 192 €, also 1.472 €. Der Unterschied von 138 € entspricht den 3 gesparten Stunden samt Aufschlag. Das ist der Nachlass, den Mara für den Retainer geben kann, ohne draufzuzahlen.
Frag dich zusätzlich, was dir die Planbarkeit wert ist. Sind die 29 Stunden sonst nicht ausgelastet, ist ein planbarer Monat mit fester Einnahme oft mehr wert als freie Kapazität. Hast du eine lange Warteliste, brauchst du die Planbarkeit weniger und gibst entsprechend weniger Nachlass. Die Summe kannst du auch im Rechner UGC-Vergütung berechnen prüfen; er rechnet im Browser und gibt keinen Preis vor.
Laufzeit, Start, Ende und Anpassung
Ein Retainer braucht Regeln, die beide Seiten vorab lesen. Diese Punkte gehören ins Angebot. Die Werte im Beispiel sind frei gewählt:
- Start: zum 1. eines Monats, damit Rhythmus und Rechnung zusammenpassen
- Mindestlaufzeit: zum Beispiel drei Monate. So hast du Zeit, den Ablauf einzuspielen, und die Marke sieht, ob er funktioniert
- Anpassung: Zahl der Videos darf zum Monatswechsel geändert werden, mit Ankündigung 14 Tage vorher
- Ende: Die Marke und du kündigen schriftlich mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende
- Preisänderung: Wird der Umfang größer, wird der Preis neu gerechnet
Was Laufzeit und Kündigung rechtlich bedeuten, klärst du mit einer Kanzlei. Schreib in dein Angebot nur, was du fachlich festlegen willst. Soll eine Vereinbarung verbindlich sein, lass sie von einer Kanzlei prüfen.
Der Monatsrhythmus als feste Routine
Ein fester Rhythmus macht den Retainer leicht. Im Beispiel läuft jeder Monat gleich ab:
| Tag | Was passiert |
|---|---|
| Tag 1 | Themengespräch (30 Minuten): Produkte, Themen, Wünsche |
| Tag 3 | Produktversand durch die Marke |
| Tag 5 bis 20 | Lieferfenster: Dreh, Schnitt, Lieferung der Videos |
| Tag 25 | Rechnung für den Monat |

Zwei Hinweise dazu. Erstens: Das Themengespräch legt fest, welche vier Videos entstehen. Ohne dieses Gespräch fehlt am Tag 5 ein Briefing. Zweitens: Die Marke muss das Produkt rechtzeitig schicken. Steht es erst am Tag 12 vor deiner Tür, hast du nur noch acht Tage im Lieferfenster. Schreib deshalb, bis wann das Produkt da sein muss.
Vorlage: Nachricht zum Themengespräch
Hallo [Name], für [Monat] stehen unsere 4 Videos an. Passt euch [Datum] um [Uhrzeit] für das Themengespräch? Bitte schickt mir vorab die Produkte und Schwerpunkte, die ihr im Blick habt, und das Produkt bis zum 3. des Monats. Dann liefere ich im Zeitraum vom 5. bis 20.
Nicht abgerufene Videos: eine Regel vor dem Start
Was passiert, wenn die Marke in einem Monat keine Themen nennt oder keine Zeit hat? Ohne Regel entsteht Streit. Drei Möglichkeiten stehen zur Wahl:
| Regel | Folge | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Verfall | Nicht abgerufene Videos entfallen, der Betrag bleibt | Du hast die Zeit für die Marke fest reserviert |
| Einmaliger Übertrag | Nicht abgerufene Videos wandern in den nächsten Monat | Du kannst im Folgemonat mehr liefern |
| Abruffrist | Themen bis Tag 3, sonst gilt Verfall oder Übertrag | Du brauchst klare Daten für die Planung |
Für den Anfang eignet sich die Kombination aus Abruffrist und Verfall. Sie schützt deine Kapazität, die du für den Monat freigehalten hast. Ein Übertrag ist ein Entgegenkommen, das du bewusst anbietest. Die Wirkung solcher Regeln im Vertrag klärst du mit einer Kanzlei.
Wie sich Retainer aus Sicht langer Kooperationen im Influencer-Bereich verhalten, beschreibt der Ratgeber Langzeitkooperationen mit Marken. Die Logik dort lässt sich auf UGC übertragen, nur dass du Dateien statt Beiträge lieferst.
Mit Management: Monatsdeals im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, siehst du Retainer-Monate im Creator-Portal so:
- Deine Deals: Kooperationen je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist
- Deal im Detail: Umfang je Monat, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Kalender: Entwurfsfristen und Zahlungstermine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung für den Monat ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Was ist ein UGC-Retainer?
Ein UGC-Retainer ist ein Monatspaket: Eine Marke bucht über mehrere Monate jeden Monat eine feste Menge Videos zu einem festen Betrag. Umfang, Rhythmus und Laufzeit sind vorab geregelt.
Wie viele Videos gehören in ein Monatspaket?
Dafür gibt es keinen festen Wert. Richte dich nach der Zeit, die du für die Marke freihalten kannst. Im Beispiel dieses Ratgebers sind es frei gewählte vier Videos zu je fünf Stunden Produktion.
Soll ich für einen Retainer einen Nachlass geben?
Nur für Zeit, die du wirklich sparst, etwa weil du statt vier Angeboten ein Monatsgespräch führst. Im Beispiel sind das 3 Stunden und ein Nachlass von 138 €. Zusätzliche Planbarkeit kann ein weiterer Grund sein, den du bewusst abwägst.
Was passiert mit Videos, die in einem Monat nicht abgerufen werden?
Das legst du vorab fest, etwa mit einer Abruffrist und Verfall. Ein Übertrag in den Folgemonat ist möglich, aber ein Entgegenkommen, das du einmalig und ausdrücklich anbietest.
Wie lange sollte ein Retainer laufen?
Ein paar Monate Mindestlaufzeit geben euch beiden Zeit, den Ablauf einzuspielen. Im Beispiel sind es frei gewählte drei Monate. Was Laufzeit und Kündigung bedeuten, klärst du mit einer Kanzlei.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Monatsdeals, Fristen, Verträge, Rechnungen und deinen Anteil an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management, wenn du mehrere laufende Monate nicht mehr selbst verfolgen willst.


