UGC-Preise erhöhen funktioniert am besten in drei Schritten: Du prüfst, ob es einen belegbaren Anlass gibt, leitest die neuen Preise aus deiner gemessenen Arbeitszeit ab und schneidest deine Pakete dabei neu zu. Danach sagst du Bestandskunden mit genug Vorlauf, was sich wann ändert. Wer nur eine Zahl auf der nächsten Rechnung ändert, bekommt Streit.
Hier prüfst du die Anlässe, rechnest ein Beispiel mit neuen Paketstufen durch und bekommst eine Vorlage für die Nachricht an Bestandskunden. Die Preise der Marken in deinem Alltag legst du selbst fest. Dieser Ratgeber gibt dir nur den Weg dorthin, keine Zahlen.
Anlässe prüfen: wann UGC-Preise erhöhen sinnvoll ist
Ein Gefühl wie „ich bin schon lange dabei“ ist kein Grund, den du einer Marke erklären kannst. Gute Anlässe kannst du mit Zahlen zeigen:
| Anlass | So prüfst du ihn |
|---|---|
| Mehr Aufwand | Deine erfasste Zeit je Paket liegt über der Zeit, mit der du kalkuliert hast |
| Mehr Nachfrage | Du lehnst Anfragen aus Zeitmangel ab oder hast eine Warteliste |
| Neue Leistungen | Du bietest etwas an, das früher nicht im Paket war, etwa Fotos oder mehr Hook-Versionen |
| Gestiegene Kosten | Requisiten, Porto oder Zubehör kosten dich mehr als früher |
Reicht dir einer dieser Punkte, ist eine Erhöhung begründet. Findest du keinen, schau noch einmal auf deine Pakete. Oft liegt das Problem im Umfang und nicht im Preis, und dann hilft ein neuer Zuschnitt mehr als eine neue Zahl.
Neue Preise aus gemessener Zeit ableiten
Die Zeitaufstellung ist dein wichtigstes Werkzeug. Trag bei den nächsten Aufträgen auf, wie lange jeder Baustein wirklich dauert, wie im Ratgeber UGC-Zeitaufwand pro Video beschrieben. Nach fünf bis acht Aufträgen hast du Zahlen, die du nicht mehr schätzen musst.
Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Mara Linden macht UGC und rechnet mit 45 € je Stunde und 20 % Aufschlag für 30 Tage Nutzung. Ihr bisheriges Paket „Video mit Hooks“ enthält 1 Video, 2 Hook-Versionen und 2 Korrekturschleifen und kostet 324 €. Dafür hat sie mit 6 Stunden gerechnet. Ihre Zeiterfassung zeigt aber:
| Baustein | Geschätzt | Gemessen |
|---|---|---|
| Video | 3 Std. | 4 Std. |
| je Hook-Version | 1 Std. | 1 Std. |
| je Korrekturschleife | 0,5 Std. | 1 Std. |
| Paket: 1 Video, 2 Hooks, 2 Korrekturen | 6 Std. | 8 Std. |
Mit der gemessenen Zeit kostet das alte Paket: 8 Std. × 45 € = 360 €, dazu 20 % Nutzung (72 €), zusammen 432 €. Bisher hat Mara 324 € verlangt, also 108 € weniger als nötig.
Nachgerechnet: 3 + 2 + 1 = 6 Stunden und 6 × 45 € = 270 €, dazu 54 € ergibt 324 €. 4 + 2 + 2 = 8 Stunden und 8 × 45 € = 360 €, dazu 72 € ergibt 432 €.
Du kannst die Summen im Rechner UGC-Vergütung berechnen gegenprüfen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Pakete neu zuschneiden statt nur Zahlen ändern
Maras altes Paket war für 324 € zu groß. Sie muss nicht alles auf 432 € heben. Sie kann das Paket aufteilen und eine Stufe zum alten Preis anbieten, mit kleinerem Umfang:
| Stufe | Umfang | Aufwand | Preis |
|---|---|---|---|
| Start | 1 Video, 1 Hook-Version, 1 Korrekturschleife | 4 + 1 + 1 = 6 Std. | 324 € |
| Standard | 1 Video, 2 Hook-Versionen, 2 Korrekturschleifen | 4 + 2 + 2 = 8 Std. | 432 € |
| Plus | 1 Video, 4 Hook-Versionen, 2 Korrekturschleifen, 5 Fotos | 4 + 4 + 2 + 2 = 12 Std. | 648 € |
Nachgerechnet: 6 × 45 € = 270 €, dazu 54 € ergibt 324 €. 8 × 45 € = 360 €, dazu 72 € ergibt 432 €. 12 × 45 € = 540 €, dazu 108 € ergibt 648 €. Für die Fotos hat Mara 2 Stunden eingeplant.

Der Vorteil: Wer bisher 324 € gezahlt hat, hat jetzt eine Stufe zum selben Preis. Wer den bisherigen Umfang will, zahlt den realen Preis. Beide Seiten wissen, was sie bekommen. Wie du Stufen sauber benennst und überall gleich einsetzt, steht im Ratgeber UGC-Pakete erstellen.
Bestandskunden fair informieren: Vorlauf, Datum, Begründung, Übergang
Neue Kundinnen und Kunden bekommen die neuen Preise ab sofort. Bei Marken, mit denen du schon gearbeitet hast, trägt ein Vorlauf. Diese vier Bausteine gehören in die Ankündigung:
- Datum: „Für Aufträge, die ab dem [Datum] bestätigt werden“. Bereits bestätigte Aufträge bleiben unberührt.
- Begründung in einem Satz: „Ich habe meinen Aufwand erfasst und meine Pakete neu zugeschnitten.“ Keine lange Rechtfertigung.
- Übergangsangebot: Aufträge bis zu einem Stichtag noch zum alten Preis oder eine Stufe, die den bisherigen Preis hält.
- Nächster Schritt: Ein konkretes Angebot oder der Link zu den neuen Paketen.
Plane den Vorlauf so, dass die Marke noch Budget einplanen kann. Manche Marken planen ihr Budget Wochen im Voraus, also kündigst du lieber früher an als zu spät.
Vorlage: Nachricht an Bestandskunden
Betreff: Neue Pakete ab [Datum]
Hallo [Name],
danke für die gute Zusammenarbeit bei [letzter Auftrag]. Ich möchte dich früh informieren: Ab dem [Datum] gelten für neue Aufträge neue Pakete und Preise. Ich habe meinen Aufwand erfasst und die Pakete so zugeschnitten, dass du genau siehst, was enthalten ist.
Für dich gilt: Aufträge, die du bis zum [Stichtag] bestätigst, laufen noch zum bisherigen Preis. Wenn du mit dem bisherigen Budget planst, empfehle ich dir das Paket „Start“. Es kostet [Betrag] und enthält [Umfang].
Die neuen Pakete schicke ich dir gern im Detail. Magst du mir sagen, was du für die nächsten Monate planst?
Viele Grüße Mara Linden
Antwortet die Marke mit „Warum denn teurer?“, bleib bei zwei Dingen: „Ich habe meinen Aufwand erfasst und gesehen, dass das bisherige Paket mehr Zeit braucht, als der Preis deckt. Deshalb gibt es eine Stufe zum bisherigen Preis mit kleinerem Umfang.“ Rabatte gibst du nicht, du passt den Umfang an. Wie das im Gespräch aussieht, zeigt der Ratgeber UGC-Preis verhandeln.
Neue Pakete einführen: eine Checkliste für den Wechsel
Preise stehen an mehr Orten, als man denkt. Geh sie einmal durch, bevor das neue Datum gilt:
Lege eine einfache Liste an: Marke, letzter Auftrag, Datum der Ankündigung, Stand der Antwort. Nach der ersten Runde siehst du, wer zugesagt hat, wer nachfragt und wer sich nicht gemeldet hat.
Mit Management: Preisgespräche den Profis überlassen und den Anteil sehen
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, führen oft sie die Preisgespräche mit den Marken. Nutzt sie CreatorOffice, siehst du im Creator-Portal am Handy, was am Ende ankommt:
- Deine Deals: Kooperationen je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist.
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe.
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
- Chat: Rückfragen zum Umfang stellst du direkt an der Kooperation.
Deine eigene Rechnung mit gemessener Zeit lohnt sich trotzdem: Sie zeigt dir und deinem Management, welche Preise tragfähig sind. Den Zugang zum Portal bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Wann sollte ich meine UGC-Preise erhöhen?
Wenn du einen belegbaren Anlass hast: Dein gemessener Aufwand liegt über deiner Kalkulation, du bekommst mehr Anfragen als du schaffst, du bietest neue Leistungen an oder deine Kosten sind gestiegen. Ein Gefühl allein genügt nicht.
Um wie viel soll ich meine Preise erhöhen?
Eine feste Prozentzahl gibt es nicht. Rechne aus deiner gemessenen Zeit, was ein Paket wirklich kostet, und leg den Preis darauf fest. Du kannst die Erhöhung abfedern, indem du eine Stufe mit kleinerem Umfang zum alten Preis anbietest.
Muss ich Bestandskunden vor der Preiserhöhung informieren?
Es ist fair und schafft Vertrauen. Kündige mit Vorlauf an, nenn ein Datum und biete ein Übergangsangebot. Was in bestehenden Vereinbarungen gilt, klärst du mit einer Kanzlei.
Was ist, wenn eine Marke wegen der Preiserhöhung abspringt?
Das kann passieren. Prüfe, ob ein kleineres Paket zum alten Preis passt. Passt es nicht, ist das ein bewusster Preis: Du hast Platz für Marken, die dein Angebot zum realen Aufwand buchen.
Sollen neue Kunden sofort die neuen Preise bekommen?
Ja. Neue Anfragen bekommen die neuen Pakete und Preise. Bestandskunden bekommen einen Vorlauf und ein Übergangsangebot. So gibt es keine zwei Preislisten ohne Ende.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, siehst du Verhandlungsergebnis, Umfang und deinen Anteil als Deal im Creator-Portal am Handy. So prüfst du, ob die neuen Preise auch bei dir ankommen.


