Bei den meisten UGC-Aufträgen arbeitest du zuerst und wirst später bezahlt. Du schreibst das Skript, besorgst Requisiten, drehst und schneidest, und das Geld kommt erst nach Lieferung und Zahlungsziel. Eine UGC-Anzahlung ist ein Teil des Honorars, den die Marke vor Drehbeginn zahlt. Sie verkleinert das Risiko, das du trägst.
Hier entscheidest du, bei welchen Aufträgen eine Anzahlung sinnvoll ist, rechnest Höhe und Zeitpunkt aus eigenen Kosten und koppelst weitere Teilzahlungen an feste Stationen. Dazu gibt es eine Formulierung fürs Angebot und eine Nachricht für den Fall, dass die Anzahlung ausbleibt.
UGC-Anzahlung: wann sie sich lohnt
Nicht jeder Auftrag braucht eine Anzahlung. Diese Übersicht hilft beim Entscheiden:
| Situation | Anzahlung? | Warum |
|---|---|---|
| Neuer Kunde, ohne gemeinsame Geschichte | ja | Du kennst Zahlungsverhalten und Abläufe noch nicht |
| Marke, mit der du schon gearbeitet hast und die pünktlich zahlt | eher nein | Der bisherige Verlauf spricht für sich |
| Großes Paket mit mehreren Videos | ja | Der Aufwand und damit das Risiko sind groß |
| Du hast Kosten vor dem Dreh, etwa für Requisiten oder Fahrten | ja, mindestens in Höhe der Kosten | Du gehst sonst mit eigenem Geld in Vorleistung |
| Kleiner Auftrag mit einem Video | oft nein | Der Aufwand rechtfertigt keinen zusätzlichen Schritt |
| Agentur als Auftraggeber mit festen Zahlungsabläufen | zuerst klären | Die Agentur zahlt oft nach einem eigenen Schema |
Das ist eine Entscheidungshilfe, keine Regel. Am Ende entscheidest du selbst, wie viel Risiko du tragen willst. Ein Satz, der hilft: Frag dich, wie sich ein Ausfall der gesamten Zahlung anfühlen würde. Wäre er schmerzhaft, ist eine Anzahlung sinnvoll.
Höhe und Zeitpunkt: vom Risiko aus rechnen
Es gibt keinen Prozentsatz, der für alle passt. Rechne stattdessen, was du bis zum Drehbeginn schon investiert hast oder noch investierst. Das Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern:
Ida Rothe bekommt von der Marke Kalmira einen Auftrag: ein Paket zu 900 €. Vor dem Dreh entstehen diese Kosten:
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Briefing, Skript, Abstimmung | 4 Stunden × 40 € | 160 € |
| Requisiten, selbst gekauft | 35 € | |
| Risiko vor Drehbeginn | 195 € |
Ida fordert 200 € als Anzahlung. Das deckt ihr Risiko, ohne dass sie einen hohen Teil des Honorars vorab verlangt. Den Zeitpunkt legt sie so fest: Die Anzahlung ist mit der Auftragsbestätigung fällig, der Dreh beginnt nach Zahlungseingang.
Wie du dein Honorar selbst rechnest, zeigt der Rechner UGC-Vergütung berechnen. Er läuft im Browser, ohne zu speichern.
Teilzahlungen an feste Stationen koppeln
Bei größeren Paketen lohnt sich ein Zahlungsplan mit mehreren Schritten. Jede Teilzahlung hängt an einem Ereignis, das beide Seiten erkennen können:
| Station | Betrag | Ereignis |
|---|---|---|
| Zusage | 200 € | Auftragsbestätigung unterschrieben oder bestätigt |
| Lieferung | 400 € | du lieferst die ersten Fassungen |
| Freigabe | 300 € | die Marke gibt nach den Korrekturen frei |
| Summe | 900 € |
Die Beträge ergeben zusammen das Honorar. Zu jeder Station gehört eine Frist, in der die Marke zahlt. Wie du Zahlungsziele festlegst, zeigt der Ratgeber Zahlungsziel vereinbaren. Damit alles nachvollziehbar bleibt, halte den Plan in der Auftragsbestätigung fest, wie im Ratgeber UGC-Auftragsbestätigung beschrieben. Wie du eine Anzahlung auf der Rechnung ausweist, klärst du mit deiner Steuerberatung.

Die Anzahlung im Angebot formulieren
Eine Anzahlung funktioniert, wenn sie vor der Zusage auf dem Tisch liegt. Ergänze dein Angebot um einen Absatz zur Zahlung:
Vorlage: Zahlungsbedingungen im Angebot
Zahlung: Das Paket kostet [Betrag]. Ich bitte um eine Anzahlung von [Betrag] mit der Auftragsbestätigung, zahlbar innerhalb von [Frist]. Der Dreh beginnt nach Zahlungseingang. Die weiteren Teilzahlungen sind fällig: [Betrag] nach Lieferung der ersten Fassungen und [Betrag] nach eurer Freigabe, jeweils zahlbar innerhalb von [Frist] nach Rechnung.
Prüf dein Angebot mit dieser Liste:
Mehr zum Aufbau des gesamten Angebots findest du im Ratgeber UGC-Angebot schreiben.
Einwände der Marke und passende Antworten
Marken reagieren auf eine Anzahlung unterschiedlich. Diese Antworten haben sich als sachlich bewährt, weil sie auf deinen Ablauf verweisen und nicht auf die Marke:
| Einwand | Deine Antwort |
|---|---|
| „Das machen wir sonst nie.“ | „Das verstehe ich. Bei mir ist die Anzahlung Teil des Ablaufs, damit ich Zeit für euer Projekt blocken kann. Alternativ starten wir mit einem kleineren ersten Paket.“ |
| „Wir zahlen erst nach Rechnung.“ | „Gern. Dann beginne ich nach eurer Bestellnummer oder Bestätigung und stelle die erste Teilrechnung bei Lieferung. Welche Abläufe habt ihr intern?“ |
| „Unsere Buchhaltung braucht länger.“ | „Das ist kein Problem. Ich plane den Dreh ab Zahlungseingang und nenne euch dann das Lieferdatum.“ |
| „Wir kennen dich noch nicht.“ | „Das stimmt. Deshalb hilft euch ein kleiner Start: ein Video, danach das nächste.“ |
Bleib bei Einwänden ruhig. Du verhandelst nicht über deinen Wert, sondern über die Reihenfolge von Arbeit und Zahlung. Wer dabei klar bleibt, wirkt verlässlich, und Marken, die dauerhaft mit dir arbeiten wollen, gewöhnen sich schnell an deinen Ablauf.
Wenn die Anzahlung ausbleibt
Die Marke hat die Anzahlung nicht überwiesen. Handle in drei Schritten:
- Am Tag nach der Fälligkeit freundlich nachfragen. Oft liegt es an einer Freigabe in der Buchhaltung.
- Den Start verschieben. Du drehst erst nach Zahlungseingang. Das hast du im Angebot festgehalten.
- Einen neuen Termin nennen. Die Lieferfrist verschiebt sich um die Tage der Verzögerung.
Vorlage: Nachfrage zur Anzahlung
Hallo [Name], ich habe noch keinen Zahlungseingang für die Anzahlung zu [Auftrag] gesehen. Könnt ihr bitte kurz prüfen, ob sie angewiesen ist? Sobald das Geld da ist, starte ich den Dreh. Wenn sich das bis [Datum] verschiebt, schiebt sich mein Liefertermin um die gleichen Tage. Danke euch!
Fehlt später das restliche Honorar, helfen feste Schritte, wie sie der Ratgeber UGC-Kunde zahlt nicht zeigt. Was bei ausbleibender Zahlung rechtlich gilt, klärst du mit einer Kanzlei.
Wenn die Marke keine Anzahlung will
Manche Marken zahlen nach internen Abläufen nur nach Lieferung. Du musst dann nicht gleich absagen. Diese Wege bleiben:
- Kleineres erstes Paket: Du beginnst mit einem Video statt dreien und bist damit weniger in Vorleistung.
- Teilzahlung nach dem ersten Video: Die Marke zahlt den Betrag für das erste Video nach Lieferung, du drehst die weiteren danach.
- Kürzeres Zahlungsziel: Statt 30 Tagen vereinbart ihr 14 Tage.
- Eigene Kosten erstattet: Zumindest Requisiten und Fahrten trägt die Marke.
Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Statt eines Pakets zu 900 € mit drei Videos bietet Ida zuerst ein Video zu 300 € an. Das Risiko sinkt auf ein Drittel. Bewährt sich die Zusammenarbeit, folgt das nächste Paket.
Mit Management: Rechnungen und Zahlungsstand im Creator-Portal
Läuft der Auftrag über ein Management, das CreatorOffice nutzt, ist der Ablauf ein anderer. Du siehst im Creator-Portal am Handy:
- Deine Deals: Kooperationen je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
- Dein Anteil: den siehst du immer, mehr je nach Einstellung deines Managements
Die Auszahlung führt die Agentur aus. Ob sie nach fester Frist zahlt oder erst nach Zahlungseingang der Marke, entscheidet sie selbst. CreatorOffice überweist kein Geld. Der Rechner Vorleistung berechnen ist für Agenturen gedacht und zeigt, wie viel Vorleistung bei fester Frist entsteht. Das hilft dir, die Regel deines Managements einzuordnen.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Sollte ich als UGC-Creator eine Anzahlung verlangen?
Bei neuen Kunden, großen Paketen und Kosten vor dem Dreh ist das sinnvoll. Bei bewährten Kunden und kleinen Aufträgen oft nicht. Entscheide danach, wie viel Risiko du tragen willst.
Wie hoch sollte die UGC-Anzahlung sein?
Rechne vom Risiko aus: bezahlte Zeit bis zum Drehbeginn plus Auslagen. Einen allgemeinen Prozentsatz gibt es nicht, weil Aufwand und Kosten je Auftrag unterschiedlich sind.
Wie formuliere ich eine Anzahlung im Angebot?
Mit Betrag, Zeitpunkt und dem Hinweis, dass der Dreh nach Zahlungseingang beginnt. Die Vorlage oben lässt sich übernehmen. Nenne auch die weiteren Teilzahlungen.
Was mache ich, wenn die Anzahlung nicht kommt?
Frag am nächsten Tag freundlich nach, schieb den Start auf und nenne den neuen Liefertermin. Dreh nicht auf Verdacht los.
Gilt das auch, wenn eine Agentur der Auftraggeber ist?
Klär das vorher. Agenturen haben oft eigene Zahlungsabläufe. Frag, wann sie zahlt, und passe deinen Plan an.
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