Ein UGC-Angebot schreiben heißt, einer Marke auf einer Seite zu zeigen, was sie bekommt, bis wann und zu welchem Preis. Gut ist ein Angebot, wenn die Marke nichts nachfragen muss und du später nichts erklären musst. Dazu gehören neun feste Teile und, wenn es passt, zwei Optionen statt eines einzigen Preises.
UGC steht für „User Generated Content“: Videos und Fotos im Stil normaler Nutzerinnen und Nutzer, die eine Marke selbst einsetzt. Hier bekommst du den Aufbau, ein Rechenbeispiel mit zwei Optionen, eine Vorlage zum Anpassen und Hinweise, was nach dem Versand passiert.
UGC-Angebot schreiben: der Aufbau in neun Teilen
Jeder Teil beantwortet eine Frage, die sonst als Rückfrage kommt.
| Nr. | Teil | Frage, die er beantwortet |
|---|---|---|
| 1 | Bezug zur Anfrage | Worauf antwortest du? |
| 2 | Leistung je Video | Was genau bekommt die Marke? |
| 3 | Extras | Was ist dabei, was nicht? |
| 4 | Nutzungsumfang | Wie lange, wo, mit oder ohne Anzeigen? |
| 5 | Lieferzeit | Bis wann, gerechnet ab wann? |
| 6 | Korrekturrunden | Wie viele sind enthalten? |
| 7 | Preis | Was kostet es je Option? |
| 8 | Zahlungsbedingungen | Wann und wie wird gezahlt? |
| 9 | Gültigkeit | Bis wann gilt das Angebot? |

Zu Teil 2 gehört eine Zahl für alles Zählbare: Videos, Länge, Hook-Versionen, Fotos. Ein Hook ist der Einstieg eines Videos, also die ersten Sekunden. Zu Teil 4 gehören Dauer, Kanäle und die Frage nach Anzeigen. Das ist ein Preisbaustein, mehr dazu im Ratgeber UGC-Nutzungsumfang im Angebot. Was die Nutzung vertraglich bedeutet, klärst du mit einer Kanzlei.
Zwei Optionen statt einem Preis
Ein einziger Preis lädt zu „Geht es günstiger?“ ein. Zwei Optionen lenken das Gespräch auf den Umfang. Die Marke wählt zwischen „Basis“ und „Plus“, statt über Rabatt zu verhandeln.
So baust du sie:
- Option A ist das Mindeste, das du gern lieferst. Sie muss für dich fair sein.
- Option B ergänzt, was Marken häufig nachfragen. Mehr Hooks, eine Kurzfassung, längere Nutzung.
- Der Unterschied muss sichtbar sein. Aus „1 Video“ wird „1 Video, 4 Hooks, Kurzfassung“.
- Rechne beide durch. Dazu gleich ein Beispiel.
Die Pakete selbst baust du nach dem Ratgeber UGC-Pakete erstellen. Hier zählt, wie du sie ins Angebot setzt.
Rechenbeispiel: Jona Wiese und die Marke Lunava
Alle Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Jona rechnet mit 45 € je Stunde.
| Baustein | Option A „Basis“ | Option B „Plus“ |
|---|---|---|
| Video (Skript, Dreh, Schnitt) | 4 Stunden | 4 Stunden |
| Hook-Versionen à 1 Stunde | 2 Hooks = 2 Stunden | 4 Hooks = 4 Stunden |
| Kurzfassung | – | 2 Stunden |
| Korrekturschleifen à 1 Stunde | 1 = 1 Stunde | 2 = 2 Stunden |
| Summe Aufwand | 7 Stunden | 12 Stunden |
| Aufwand × 45 € | 315 € | 540 € |
| Nutzung | 30 Tage, Aufschlag 20 % = 63 € | 90 Tage, Aufschlag 40 % = 216 € |
| Angebotspreis | 378 € | 756 € |
Nachgerechnet: 7 × 45 € = 315 €, 20 % von 315 € = 63 €, zusammen 378 €. 12 × 45 € = 540 €, 40 % von 540 € = 216 €, zusammen 756 €. Die Summe prüfst du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Annahmen offen nennen
Ein Angebot gilt nur unter Bedingungen. Schreib sie hinein, bevor sie zum Streit werden:
- Produkt: „Das Produkt liegt bis zum 14. Oktober bei mir.“
- Skript: „Ich drehe nach Freigabe des Skripts durch euch.“
- Ansprechperson: „Eine Person gibt Feedback für das ganze Team.“
- Feedback: „Feedback gebündelt, einmal je Korrekturrunde.“
- Bildmaterial: „Logos und Produktbilder liefert ihr als Datei.“
Jede Annahme ist ein Satz, kein Absatz. So liest die Marke sie wirklich.
Beispielangebot zum Anpassen
Das Beispiel nutzt die Zahlen von oben. Ersetze alles in eckigen Klammern.
Vorlage: UGC-Angebot mit zwei Optionen
Betreff: Angebot UGC-Video für [Produkt]
Hallo [Name],
danke für deine Anfrage vom [Datum] zu [Produkt]. Ich schlage zwei Optionen vor:
Option A „Basis“ – 378 € - 1 Video, bis zu 30 Sekunden, für [Plattform] - 2 Hook-Versionen - 1 Korrekturrunde mit gebündeltem Feedback - Nutzung: 30 Tage auf [Kanälen], [mit oder ohne Anzeigen]
Option B „Plus“ – 756 € - 1 Video, bis zu 30 Sekunden, dazu eine Kurzfassung von 15 Sekunden - 4 Hook-Versionen - 2 Korrekturrunden - Nutzung: 90 Tage auf [Kanälen], [mit oder ohne Anzeigen]
Für beide Optionen: Lieferung 7 Werktage nach Briefing und Eingang des Produkts, wenn du das Skript innerhalb von 2 Werktagen freigibst. Eine Ansprechperson bei euch gibt Feedback. Nicht enthalten: Eilauftrag, Nachdreh bei geänderten Vorgaben, längere Nutzung.
Zahlung: Rechnung nach Lieferung, Zahlungsziel 14 Tage. Gültig bis: [Datum, 14 Tage nach Versand].
Antworte mir kurz mit „Option A“ oder „Option B“, dann bestätige ich dir alles schriftlich. Viele Grüße, Jona Wiese
Checkliste vor dem Senden:
Ob ein Angebot rechtlich bindend ist und ob du Allgemeine Geschäftsbedingungen brauchst, klärst du mit einer Kanzlei.
Was du nicht ins Angebot schreibst
Ein Angebot ist keine Bewerbung und kein Lebenslauf. Lass weg:
- Lange Vorstellung: Die Marke kennt dich schon aus Portfolio oder Anfrage. Ein Satz Bezug genügt.
- Vage Wörter: „nach Absprache“, „ca.“ oder „bei Bedarf“ verschieben Streit nur auf später. Nenn eine Zahl oder lass den Punkt weg.
- Entschuldigungen für den Preis: „Leider“ und „nur“ schwächen jede Zahl. Schreib den Betrag ohne Vorrede.
- Zu viele Optionen: Zwei reichen. Bei dreien fragt die Marke, welche du empfiehlst, und das Gespräch beginnt von vorn.
Nach dem Versand: nachfassen, ändern, bestätigen
Nachfassen. Hörst du nach drei bis fünf Werktagen nichts, schick eine kurze Erinnerung. Wie das freundlich klappt, steht im Ratgeber UGC-Follow-up.
Ändern. Will die Marke etwas anpassen, schickst du eine neue Fassung mit Datum, statt das Angebot im Text zu überschreiben. So weiß jede Seite, welche Fassung gilt.
Bestätigen. Sobald die Marke zusagt, bestätigst du die Zusage schriftlich: Option, Preis, Umfang, Termine. Wie das aussieht, zeigt der Ratgeber UGC-Auftragsbestätigung.
Mit Management: der gebuchte Umfang im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, siehst du im Creator-Portal am Handy nach der Zusage:
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin für die Content-Abgabe sowie den Stand und wer am Zug ist
- Kalender: Entwurfsfristen und Posting-Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Content hochladen: Du lädst Entwürfe hoch, das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an. CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Was gehört in ein UGC-Angebot?
Neun Dinge: Bezug zur Anfrage, Leistung je Video, Extras, Nutzungsumfang, Lieferzeit, Korrekturrunden, Preis, Zahlungsbedingungen und Gültigkeit. Dazu kommen kurze Annahmen, etwa wann das Produkt da sein muss.
Gibt es eine UGC-Angebot Vorlage?
Ja, oben im Artikel. Sie enthält zwei Optionen, Lieferzeit, Annahmen, Zahlung und Gültigkeit. Du ersetzt die Zahlen durch deine eigenen und passt die Leistungen an.
Wie erstelle ich ein UGC-Angebot, wenn ich noch keine Erfahrung habe?
Schätze den Aufwand je Baustein in Stunden, am besten nach einem Probedreh. Dann multiplizierst du mit deinem Stundensatz und schlägst die Nutzung auf. Passe die Zahlen nach den ersten Aufträgen an.
Ist ein UGC-Kostenvoranschlag dasselbe wie ein Angebot?
Im Alltag verwenden viele beide Wörter für eine schriftliche Aufstellung von Leistung und Preis. Ob ein Dokument rechtlich bindend ist, hängt vom Wortlaut ab, das klärst du mit einer Kanzlei.
Wie lange soll mein Angebot gültig sein?
Lege selbst ein Datum fest, etwa 14 Tage. So bleibst du planbar, wenn Termine knapp sind. Nach Ablauf kannst du es mit neuem Datum erneut senden.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du nach der Zusage Umfang, Fristen, Verträge und Rechnung deines Deals im Creator-Portal an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management.


