Ein Zahlungsziel ist die Zahl der Tage, die eine Marke nach dem Rechnungsdatum Zeit hat zu zahlen. Wer ein Zahlungsziel vereinbaren will, legt vor dem Auftrag fest: wie viele Tage, ab welchem Datum sie zählen und was bei Teilzahlungen gilt. Danach ergibt sich die Fälligkeit von selbst.
Für Agenturen ist das mehr als eine Zahl auf der Rechnung. Mit dem Zahlungsziel bestimmst du, wie lange du Geld vorlegst, wenn du Creator vor der Marke bezahlst. Hier findest du Optionen, ein Rechenbeispiel mit Daten, Formulierungen fürs Angebot und einen Rhythmus fürs Nachfassen.
Zahlungsziel vereinbaren: welche Optionen es gibt
Das Zahlungsziel ist eine Verhandlungsgröße, wie Honorar und Leistung. Diese Optionen kannst du anbieten:
| Option | So läuft es | Wirkung für die Agentur |
|---|---|---|
| Kurzes Ziel (7 bis 14 Tage) | Die Marke zahlt kurz nach Rechnung | wenig Vorleistung, schneller Geldeingang |
| Längeres Ziel (30 Tage und mehr) | Die Marke zahlt später | mehr Vorleistung, wenn der Creator früher bekommt |
| Anzahlung und Rest | Ein Teil zu Beginn, Rest nach Abnahme | entlastet bei größeren Kampagnen |
| Raten bei Monatsdeals | Rechnung je Monat mit eigenem Ziel | planbarer Geldfluss, mehr Rechnungen |
| Zahlung bei Abnahme | Rechnung am Tag der Freigabe, Ziel ab diesem Tag | klarer Startpunkt, sinnvoll bei Content-Freigabe |
Es gibt kein richtiges Ziel für alle. Wähle nach deiner Liquidität: Je weniger Puffer du hast, desto kürzer sollte das Ziel sein oder desto eher brauchst du eine Anzahlung.
Ab wann zählen die Tage?
Hier entsteht oft Streit. Lege den Startpunkt ausdrücklich fest. Mögliche Startpunkte sind das Rechnungsdatum, der Eingang der Rechnung bei der Marke, die Freigabe des Contents oder das Posting. Am eindeutigsten ist das Rechnungsdatum, weil es auf der Rechnung steht. Wenn die Marke „ab Eingang“ will, vereinbare, wie der Eingang belegt wird, etwa per Versand-Mail.
Fälligkeit berechnen: Rechenbeispiel mit Daten
Die Fälligkeit ist Rechnungsdatum plus Zahlungsziel. Beispiel mit frei gewählten Daten: Rechnung am Donnerstag, 12.11.2026.
| Zahlungsziel | Rechnung | Fällig am | Wochentag |
|---|---|---|---|
| 7 Tage | 12.11. | 19.11. | Donnerstag |
| 14 Tage | 12.11. | 26.11. | Donnerstag |
| 30 Tage | 12.11. | 12.12. | Samstag |
| 45 Tage | 12.11. | 27.12. | Sonntag |
Zwei der vier Tage liegen am Wochenende. Lege deshalb fest, was dann gilt. Ein einfacher Vorschlag: Die Frist läuft am genannten Datum ab, die Marke sollte aber so überweisen, dass das Geld an diesem Tag da ist, also am Freitag davor. Wie Fristen berechnet werden, wenn es darauf ankommt, klärst du mit deiner Kanzlei.

Tage selbst nachrechnen
In einer Tabelle rechnest du „Datum plus Tage“ direkt. Notiere die Fälligkeit beim Anlegen der Rechnung, nicht erst, wenn sie fällig wird. Ein Kalendereintrag zwei Tage vor der Fälligkeit erinnert an das Nachfassen.
Zahlungsziel und Auszahlung an den Creator: die Lücke rechnen
Die wichtigste Rechnung für Agenturen: Wie viele Tage liegen zwischen deiner Auszahlung und dem Geld der Marke? In dieser Zeit legst du aus.
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise und ohne Steuern. Die Marke Velune zahlt 4.000 € für eine Kampagne mit Creator Jona Wiese. Die Provision der Agentur beträgt 15 %, Jonas Anteil 3.400 €. Rechnung an die Marke: 12.11., Zahlungsziel 30 Tage, fällig am 12.12. Jona soll nach der Regel „14 Tage nach Abnahme“ bezahlt werden, also am 26.11.
- Auszahlung an Jona: 26.11. mit 3.400 €
- Geld der Marke: 12.12.
- Lücke: 16 Tage, in denen deine Agentur 3.400 € vorlegt
Mit einer Anzahlung ändert sich das Bild. Zahlt die Marke 50 % bei Auftrag (2.000 €), liegt dieses Geld vor der Auszahlung bei dir. Von Jonas 3.400 € legst du dann nur noch 1.400 € für 16 Tage vor. Alternativ vereinbarst du mit Jona „nach Zahlungseingang der Marke“. Dann liegt die Lücke bei dir bei null und bei ihm bei 16 Tagen mehr. Wie hoch deine Vorleistung ausfällt, rechnest du mit dem Rechner für die Vorleistung nach.
Zahlungsziel bei Monatsdeals
Bei Monatsdeals stellst du jeden Monat eine Rechnung, und jede hat ihr eigenes Ziel. Vereinbare, an welchem Tag des Monats sie gestellt wird, etwa am Monatsletzten, und gib allen Rechnungen dasselbe Ziel. Dann kannst du Fälligkeiten für das ganze Jahr im Voraus eintragen. Mit Elin Berg und der Marke Kalmira ergäbe sich bei 1.500 € je Monat, Rechnung am Monatsletzten und 14 Tagen Ziel jeweils eine Fälligkeit am 14. des Folgemonats. Die Auszahlung legst du auf einen festen Tag danach, zum Beispiel den 20., damit du nicht jede Zahlung einzeln nachhalten musst.
Das Zahlungsziel im Angebot verhandeln
Marken wünschen oft längere Fristen als du. Bereite drei Antworten vor, bevor du in das Gespräch gehst:
- Die Marke will 60 Tage. Biete 30 Tage an oder 60 Tage mit Anzahlung. „Wir fangen mit der Produktion an, sobald die Anzahlung da ist.“
- Die Marke will ab Eingang der Rechnung zählen. Einverstanden, wenn der Eingang belegt ist, zum Beispiel durch die Versand-Mail an die vereinbarte Adresse.
- Die Marke will erst nach dem Reporting zahlen. Das verschiebt das Risiko zu dir. Schlage eine Teilzahlung nach Abnahme und den Rest nach Bericht vor.
Eine Formulierung für das Angebot:
Zahlung: 50 % bei Auftragsbestätigung, 50 % innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum. Die Rechnung für den Restbetrag stellen wir am Tag der Freigabe des Beitrags.
Das Ziel ist, dass die Marke das Zahlungsziel als Teil des Angebots versteht und nicht als Überraschung auf der Rechnung. Welche Folgen Fristen haben, klärst du mit deiner Kanzlei.
Nachfassen zur Fälligkeit: ein fester Rhythmus
Geld kommt selten von allein. Ein Rhythmus verhindert, dass Rechnungen unbemerkt liegen bleiben. Die Tage sind ein Vorschlag:
| Zeitpunkt | Aktion |
|---|---|
| 2 Tage vor Fälligkeit | optional: kurze Info „Rechnung ist am Freitag fällig“ |
| 1 Tag nach Fälligkeit | freundliche Erinnerung: Rechnung eventuell übersehen |
| 7 Tage nach Fälligkeit | zweite Nachricht mit Rechnung im Anhang und neuer Frist |
| 14 Tage nach Fälligkeit | Anruf bei der Ansprechperson für Rechnung, danach Mahnstufe nach deiner Leiter |
Eine Erinnerung am ersten Tag kann so klingen:
Guten Tag Herr Weber, unsere Rechnung 2026-114 über 4.000 € war gestern fällig. Vielleicht ist sie nur untergegangen. Anbei die Rechnung noch einmal. Wenn schon überwiesen wurde, danken wir und bitten um kurze Rückmeldung. Beste Grüße, Alex Nord
Wie du offene Posten insgesamt im Blick behältst, beschreibt der Ratgeber offene Rechnungen Agentur. Zu Zahlungsverspätung, Zinsen und Mahngebühren fragst du deine Kanzlei.
Checkliste für das Zahlungsziel
Typische Fehler beim Zahlungsziel
Das Ziel fehlt im Angebot
Dann entscheidet die Marke. Schreibe es hinein, auch wenn es selbstverständlich scheint.
Der Startpunkt ist unklar
„30 Tage“ ohne Startdatum führt zu Streit. Nenne Rechnungsdatum oder Eingang.
Die Lücke zum Creator wird nicht gerechnet
Wer Creator pünktlich bezahlt und Marken Zeit lässt, finanziert die Kampagne selbst. Rechne vor dem Angebot, wie viel das ist.
Nachfassen nach Bauchgefühl
Mal früh, mal spät, mal gar nicht: Marken merken, ob Fristen ernst gemeint sind. Ein fester Rhythmus wirkt sachlich.
Teilzahlungen werden nicht verfolgt
Bei Raten oder Anzahlung fehlt oft der Überblick. Erfasse jede Zahlung an der Rechnung.
So bildet CreatorOffice Zahlungsziele und Fälligkeiten ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation. Für Zahlungsziele sind diese Funktionen belegt, in jedem Tarif, wenn nichts anderes steht:
- Rechnung aus Kooperation und Monat: der Rest ist vorbelegt.
- Rechnungsübersicht mit Status, Fälligkeit, Betrag und nächstem Schritt; Filter für offen, überfällig, bezahlt.
- Zahlungen erfassen, auch Teilzahlungen.
- Mahnwesen: CreatorOffice erkennt Fälligkeiten und bereitet die nächste Mahnung fertig vor. Der Versand geschieht per Klick. Texte, Fristen, Gebühren und Zinsen der Mahnleiter legst du selbst fest. Eine Mahnsperre ist möglich, etwa bei einer Ratenzahlung.
- Kalender: fällige Rechnungen stehen im gemeinsamen Kalender, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag einer Frist per Mail.
- Auszahlung an Creator nach fester Frist oder erst nach Zahlungseingang der Marke. Gutschriften und Auszahlungsläufe ab Tarif Team.
- Liquiditätsvorschau mit Forderungen und fälligen Auszahlungen je Woche. Ab Tarif Agentur.
Wie viele Tage du vereinbarst, entscheidest du. CreatorOffice hilft, die Fälligkeit im Blick zu behalten und rechtzeitig nachzufassen. Mehr zur Seite findest du unter Rechnungen und Mahnwesen für Agenturen. Die Tarife zeigen, was in welchem Tarif steckt.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Zahlungsziel sein?
Das hängt von deiner Liquidität ab. Je weniger Puffer, desto kürzer das Ziel oder desto eher eine Anzahlung. Rechne, wie viele Tage du Creator vor der Marke auszahlst, und wähle das Ziel danach.
Ab wann zählt das Zahlungsziel?
Lege es fest. Am eindeutigsten ist das Rechnungsdatum. Auch Eingang der Rechnung, Freigabe oder Posting sind möglich, wenn du den Startpunkt belegen kannst.
Wie berechne ich die Fälligkeit?
Rechnungsdatum plus Zahlungsziel in Tagen. Bei einer Rechnung vom 12.11. und 14 Tagen Zahlungsziel ist sie am 26.11. fällig. Lege fest, was gilt, wenn das Datum auf ein Wochenende fällt.
Darf ich eine Anzahlung verlangen?
Du kannst sie vorschlagen und ins Angebot schreiben. Ob und wie sie vertraglich vereinbart wird, klärst du mit deiner Kanzlei.
Was mache ich, wenn die Marke nach der Fälligkeit nicht zahlt?
Erinnere kurz nach der Fälligkeit freundlich, fasse eine Woche später nach und rufe an. Danach folgen deine Mahnstufen. Zu Zinsen, Gebühren und weiteren Schritten fragst du deine Kanzlei.
Soll ich Creator erst nach Zahlungseingang der Marke auszahlen?
Das nimmt dir die Vorleistung, verlängert aber die Wartezeit des Creators. Entscheide einheitlich und schreibe die Regel in die Vereinbarung mit dem Creator. Du kannst beides mischen: Anzahlung sofort, Rest nach Eingang.
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