Was macht ein UGC-Creator? Er produziert Videos und Fotos, die eine Marke selbst verwendet: auf ihren eigenen Kanälen, im Onlineshop oder als bezahlte Anzeige. UGC steht für „user generated content“, also Inhalte, die nicht die Marke selbst gemacht hat, sondern eine Person aus der Zielgruppe. Verkauft wird die Datei, nicht ein Beitrag auf deinem Profil.
Das Berufsbild ist schmaler und breiter, als viele denken. Schmaler, weil niemand deine Reichweite kauft. Breiter, weil der Dreh nur einen kleinen Teil der Arbeit ausmacht. Hier siehst du, was du lieferst, für wen du arbeitest, wie ein Auftrag in Stunden aussieht und was ohne Absprache nicht zu deinen Aufgaben gehört.
Was macht ein UGC-Creator den ganzen Tag? Ein Auftrag in Stunden
Ein Beispiel zeigt es am besten. Die Creatorin Elin Berg dreht für die Marke Kalmira ein Video über einen Küchenhelfer, etwa 30 Sekunden lang, gesprochen in die Kamera. Die Stunden sind frei gewählt und sollen nur die Verhältnisse zeigen:
| Arbeitsschritt | Zeit |
|---|---|
| Briefing und Rückfragen | 1 h |
| Skript | 1 h |
| Vorbereitung | 0,5 h |
| Dreh | 1,5 h |
| Sichtung und Schnitt | 3 h |
| Export und Upload | 0,5 h |
| Korrektur | 1 h |
| Absprachen und Rechnung | 0,5 h |
Zusammen sind das 9 Stunden. Der Dreh macht davon 1,5 Stunden aus, also ein Sechstel. Wer nur die Drehzeit zählt, rechnet sich zu klein. Den Preis eines Videos leitest du aus allen Stunden ab, nicht aus dem Moment vor der Kamera.

Nicht in den 9 Stunden stehen drei Posten, die trotzdem Arbeit sind:
- Die Suche nach Aufträgen: Anschreiben, Nachfassen und Gespräche vor der Zusage.
- Das Warten: Das Produkt kommt später, die Marke antwortet erst nach Tagen. Das kostet keine Stunden, aber Planung, weil du andere Aufträge verschieben musst.
- Die Pflege des Portfolios: Neue Arbeitsproben, alte raus, ein sauberer Link.
Rechne diese Zeiten in dein Angebot ein, auch wenn sie nicht an einem einzelnen Video hängen. Wie du sie erfasst, steht im Tipp weiter unten.
Was du lieferst: Formate und wofür die Marke sie nutzt
Marken bestellen selten „irgendein Video“. Sie bestellen ein Format für einen Zweck. Diese Lieferungen kommen am häufigsten vor:
| Lieferung | Was du machst | Wofür die Marke es nutzt |
|---|---|---|
| Talking-Head-Video | Du sprichst direkt in die Kamera und erklärst oder empfiehlst | Anzeige, Produktseite |
| Produktdemo | Du zeigst das Produkt in der Anwendung | Shop, kurzes Video für Social Media |
| Unboxing | Du packst aus und zeigst den ersten Eindruck | Social Media der Marke |
| Anleitung | Du erklärst in Schritten, wie etwas funktioniert | Produktseite, Hilfebereich |
| Fotos | Produkt in der Hand, im Alltag, im Detail | Shop, Anzeigen, Newsletter |
| Hook-Versionen | Anderer Einstieg, gleicher Hauptteil | Test, welcher Einstieg besser ankommt |
| Rohmaterial | Ungeschnittene Aufnahmen | Eigene Schnitte der Marke |
Ein Hook ist der Einstieg eines Videos, also die ersten Sekunden. Die Marke lässt oft mehrere Einstiege gegeneinander laufen und braucht deshalb mehrere Dateien. Wie du Videos, Hooks und Extras zu Angeboten bündelst, zeigt der Ratgeber UGC-Pakete erstellen.
Für wen arbeitest du? Vier Auftraggeber im Vergleich
Dasselbe Video läuft je nach Auftraggeber anders ab:
| Auftraggeber | Deine Ansprechperson | Das ist anders |
|---|---|---|
| Marke direkt | Marketing der Marke | Angebot, Briefing und Rechnung machst du selbst |
| UGC-Agentur | Betreuung in der Agentur | Briefing und Fristen kommen von der Agentur; die Auszahlung folgt ihrer Regel |
| Influencer-Agentur | Dein Talent-Manager | Dein Anteil steht am Deal; Verträge und Rechnungen laufen über die Agentur |
| Onlineshop | Das Shop-Team | Oft mehrere Videos für Produktseiten, feste Formate |
Frag vor der Zusage, wer dein Ansprechpartner ist und wann gezahlt wird. Bei Agenturen lohnt auch die Frage, wer die Nutzung des Contents mit der Marke abspricht.
Eine einfache Entscheidungsregel für den Anfang: Hast du wenig Zeit für Akquise, sind Agenturen und Shops mit festen Formaten oft der ruhigere Einstieg. Hast du schon Kontakt zu einer Marke und schreibst gern Angebote, ist die direkte Anfrage übersichtlicher, weil nur zwei Seiten sprechen. Beides schließt sich nicht aus. Wichtig ist nur, dass du weißt, wer dir am Ende die Zahlung schuldet und nach welcher Regel sie kommt.
Aufgaben neben dem Dreh
Diese Arbeiten gehören zum Beruf, auch wenn niemand sie im Video sieht:
- Skript: Du schreibst, was du sagst und zeigst, und lässt es bei Bedarf freigeben.
- Schnitt: Du wählst die besten Takes aus, schneidest und exportierst im gewünschten Format.
- Absprachen: Du klärst Briefing, Termine und Feedback, möglichst gebündelt.
- Lieferung: Du benennst die Dateien klar und übergibst sie wie vereinbart.
- Rechnung: Du stellst sie nach der Freigabe und behältst das Zahlungsziel im Blick. Was auf eine Rechnung gehört, klärst du mit deiner Steuerberatung.
- Kundenpflege: Du fragst nach Rückmeldung und bleibst im Kontakt, damit aus einem Auftrag mehrere werden.
Was nicht zum Beruf gehört, solange es nicht vereinbart ist
Viele Missverständnisse entstehen, weil Marken und Creator mit anderen Erwartungen starten. Ohne ausdrückliche Absprache gehören nicht dazu:
- Posting auf deinem Profil. Wer Content verkauft, veröffentlicht ihn nicht automatisch selbst. Will die Marke einen Beitrag mit Reichweite, ist das ein zweites Angebot. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Unterschied UGC und Influencer.
- Reichweite und Kennzahlen. Du lieferst Dateien, keine Aufrufe.
- Nutzung ohne Grenzen. Wie lange, auf welchen Kanälen und ob in Anzeigen die Marke den Content einsetzt, ist Teil des Angebots. Mehr dazu im Ratgeber UGC-Nutzungsumfang im Angebot. Was ein Vertrag dazu regelt, klärst du mit einer Kanzlei.
- Unbegrenzte Korrekturen. Im Angebot steht, wie viele Runden enthalten sind.
Passt das Berufsbild zu dir? Fünf Fragen
Mit drei oder mehr Ja kannst du direkt starten. Wie, steht im Ratgeber UGC-Creator werden. Eine erste Summe für ein Paket rechnest du im Rechner UGC-Vergütung berechnen; er rechnet im Browser und gibt keinen Preis vor.
Mit Management: dein Auftrag im Creator-Portal
Arbeitest du über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, liegen die Teile, die neben dem Dreh anfallen, an einem Ort:
- Deals und Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Briefings: je Kooperation oder je Beitrag
- Kalender: Fristen und Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Content hochladen: Das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
- Dein Anteil: den siehst du immer
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Was bedeutet UGC?
UGC steht für „user generated content“, also Inhalte, die nicht die Marke selbst, sondern eine Person aus der Zielgruppe erstellt hat. Marken kaufen solche Videos und Fotos, um sie in Anzeigen, im Shop oder auf eigenen Kanälen zu zeigen.
Brauche ich viele Follower, um UGC-Creator zu sein?
Nicht, um Content zu verkaufen, denn die Marke veröffentlicht ihn selbst. Wichtiger sind gute Arbeitsproben und verlässliche Lieferung. Wünscht sich eine Marke zusätzlich einen Beitrag auf deinem Profil, ist das ein eigenes Angebot.
Wie viel Zeit kostet ein UGC-Video?
Das hängt von Format, Länge und Abstimmung ab. Im Beispiel dieses Ratgebers sind es frei gewählte 9 Stunden für ein Video, davon 1,5 für den Dreh. Deine eigenen Werte findest du nur, wenn du mehrere Aufträge lang mitschreibst.
Ist UGC-Creator ein Beruf?
Es ist eine Tätigkeit, die manche nebenher und andere hauptberuflich ausüben. Wie du sie rechtlich und steuerlich einordnest, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Muss ich dafür vor der Kamera stehen?
Nicht immer. Manche Formate zeigen nur Hände, das Produkt oder einen Bildschirm, dazu kommt eine Stimme. Ob das zur Marke passt, hängt vom Auftrag ab.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Deals, Fristen, Verträge, Rechnungen und deinen Anteil an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management, wenn dir das den Alltag erleichtern würde.


