UGC-Kunden finden gelingt selten mit einer einzigen Nachricht. Meist sind es mehrere Wege, die du regelmäßig bedienst: Marken direkt, Agenturen, Aufrufe im Netz und Empfehlungen. Wer ein gutes Portfolio hat und trotzdem keine Anfragen bekommt, hat oft kein Qualitätsproblem, sondern fehlende Routine.
Hier vergleichst du sechs Wege, baust eine Zielliste, richtest dein Profil so ein, dass Marken dich finden, und planst eine Woche mit festen Akquise-Zeiten. Am Ende erkennst du, welche ersten Kunden sich lohnen und welche dich nur Zeit kosten.
UGC-Kunden finden: sechs Wege im Überblick
Nicht jeder Weg passt zu jeder Arbeitsweise. Diese Tabelle hilft dir bei der Auswahl:
| Weg | So läuft es | Dein Aufwand | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|
| Marken direkt | Du schreibst Marken an, die schon Creator-Content zeigen | hoch am Anfang, danach wiederholbar | du einen klaren Bereich hast |
| UGC-Agenturen | Die Agentur vermittelt Aufträge ihrer Marken, du bewirbst dich mit Portfolio | mittel, dann laufend | du lieber drehst als akquirierst |
| Influencer-Agenturen | Ein Management nimmt dich unter Vertrag oder bucht dich für Kampagnen | mittel | du Kontakt und Verträge gern abgibst |
| Vermittlungsplattformen | Marken schreiben Aufträge aus, du bewirbst dich | niedrig bis mittel | du Übung brauchst; prüf die aktuellen Regeln der Plattform |
| Aufrufe im Netz | Marken suchen öffentlich Creator, du antwortest schnell | niedrig, aber täglich | du oft online bist |
| Empfehlungen | Kunden, Kontakte und andere Creator nennen dich weiter | nach jedem Auftrag eine Nachricht | du schon geliefert hast |
Du musst nicht alle sechs Wege gleichzeitig gehen. Zwei Wege mit festen Zeiten bringen mehr als sechs mit Lücken.
Zielliste aufbauen: Marken, die schon Creator-Content zeigen
Eine Marke, die bereits Videos von Creatorn in Anzeigen, im Onlineshop oder auf ihrem Profil zeigt, kennt das Prinzip UGC. Du musst sie nicht erst überzeugen, sondern nur zeigen, dass du liefern kannst. Such deshalb gezielt nach solchen Marken in deinem Produktbereich. Wie du den Bereich festlegst, steht im Ratgeber UGC-Nische finden.
Leg eine Tabelle mit diesen Spalten an:
| Marke | Bereich | Wo gesehen | Ansprechperson | Stand | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|---|
| Fenora | Küchenzubehör | Anzeige | [Name], Marketing | angeschrieben am 7.10. | nachfassen am 14.10. |
| Brivia | Schreibwaren | Onlineshop | noch offen | recherchiert | Kontakt suchen |
| Tavelo | Küchenzubehör | Profil der Marke | [Name], Social Media | im Gespräch | Paketangebot senden |
Die Ansprechperson findest du auf der Website der Marke, etwa unter „Kontakt“ oder „Zusammenarbeit“, oder im Profil der Marke auf LinkedIn. Wie du dieses Netzwerk nutzt, steht im Ratgeber LinkedIn für UGC-Creator. Für den Stand genügen wenige Wörter: recherchiert, angeschrieben, nachgefasst, im Gespräch, Angebot gesendet, später, abgesagt. Ob und wie du Firmen ohne vorherige Anfrage anschreiben darfst, klärst du mit einer Kanzlei.
Dich finden lassen: Profil, Portfolio und Kontakt
Eingehende Anfragen entstehen dort, wo Marken dich zufällig oder nach einer Empfehlung sehen. Prüf diese Punkte:
Wie du das Portfolio aufbaust, zeigt der Ratgeber UGC-Portfolio erstellen. Teste es mit einer einfachen Probe: Bitte eine Person, die dich nicht kennt, nach zehn Sekunden zu sagen, was du anbietest. Kann sie es nicht, schreib den ersten Satz um.
Auf Aufrufe und Empfehlungen reagieren
Zwei Wege kosten wenig Zeit, wenn du vorbereitet bist: öffentliche Aufrufe und Empfehlungen. Bei Aufrufen gewinnt oft die schnelle, konkrete Antwort. Halte dafür drei Dinge bereit: Link zum Portfolio, zwei passende Arbeitsproben und einen Satz zu deiner Lieferzeit.
Vorlage: Antwort auf einen Aufruf
Hallo [Name], danke für den Aufruf. Ich drehe UGC für [Bereich] und schicke euch hier zwei Beispiele: [Link 1], [Link 2]. Wenn ihr mir kurz Produkt, Anzahl der Videos und Wunschtermin nennt, schicke ich euch heute noch ein Angebot. Viele Grüße, [Dein Name]
Bei Empfehlungen hilft ein fester Moment. Direkt nach der Abnahme eines Auftrags ist die Marke zufrieden und offen für eine Bitte:
Vorlage: Bitte um Empfehlung
Hallo [Name], danke für die gute Zusammenarbeit an [Produkt]. Falls ihr Kolleginnen oder Partner kennt, die ähnliche Videos suchen: Ich freue mich über eine kurze Vorstellung. Gern schreibe ich euch dafür zwei Sätze, die ihr weiterleiten könnt.
Der zweite Satz nimmt dem Empfehlenden die Arbeit ab. Eine Empfehlung wird viel wahrscheinlicher, wenn sie nur noch weitergeleitet werden muss.
Wochenroutine: vier Stunden, die du fest einplanst
Frei gewählte Zeiten, die du auf deinen Alltag anpasst:
| Tag | Zeit | Aufgabe |
|---|---|---|
| Montag | 60 Min. | Zielliste pflegen: fünf neue Marken recherchieren |
| Dienstag | 60 Min. | fünf Nachrichten an Marken schicken |
| Mittwoch | 30 Min. | Aufrufe im Netz prüfen und passende beantworten |
| Donnerstag | 60 Min. | nachfassen und Antworten beantworten |
| Freitag | 30 Min. | Liste auswerten, eine Arbeitsprobe im Portfolio verbessern |
Das ergibt 240 Minuten, also vier Stunden. Trag die Blöcke als feste Termine in deinen Kalender, genauso wie einen Dreh. Die Nachricht selbst schreibst du nach dem Muster aus dem Ratgeber Marken anschreiben für UGC. Wie Agenturen selbst Marken gewinnen, steht im Ratgeber Marken-Akquise in der Influencer-Agentur und zeigt dir, wie ein Gegenüber denkt, das jeden Tag Anfragen bekommt.

Woran du gute erste Kunden erkennst
Der erste Kunde prägt, wie du arbeiten willst. Nimm lieber einen kleinen, klaren Auftrag als einen großen, unklaren.
| Signal | Bewertung | Was du tust |
|---|---|---|
| Briefing liegt vor, Produkt und Frist sind genannt | grün | Angebot senden |
| Eine feste Ansprechperson ist benannt | grün | Rückfragen gebündelt stellen |
| Das Budget wird genannt oder im Gespräch geklärt | grün | Paket auf das Budget abstimmen |
| „Budget nach Absprache“, aber Gesprächsbereitschaft | gelb | kurzes Telefonat anbieten |
| Unklare Nutzung, unbegrenzte Korrekturen | rot | Umfang vorher schriftlich begrenzen |
| Druck wie „heute noch zusagen“ | rot | in Ruhe prüfen oder absagen |
Wie du eine Anfrage Punkt für Punkt prüfst, zeigt der Ratgeber UGC-Anfrage prüfen.
Mit Management: gebuchte Aufträge im Creator-Portal
Läuft ein Teil deiner Aufträge über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, siehst du im Creator-Portal am Handy:
- Deine Deals: jede Kooperation je Monat mit Stand, Anteil und Frist
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Briefings: je Kooperation oder je Beitrag
- Nachrichten: Chat mit dem Team direkt an der Kooperation
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator. Für dein erstes Paketangebot rechnest du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen, der im Browser läuft und nichts speichert.
Häufige Fragen
Wo finde ich UGC-Aufträge?
Bei Marken, die Creator-Content schon einsetzen, bei UGC-Agenturen und Influencer-Agenturen, über öffentliche Aufrufe im Netz und über Empfehlungen. Starte mit zwei Wegen und halte alle Kontakte in einer Zielliste fest.
Wie finde ich als Anfänger meine ersten UGC-Kunden?
Mit einem klaren Bereich, drei bis fünf passenden Arbeitsproben und einer Zielliste von zwanzig Marken. Schreib jede Woche fünf Nachrichten und fass nach. Kleine Aufträge mit klarem Briefing eignen sich besser als große mit offenem Umfang.
Muss ich viele Follower haben, um UGC-Kunden zu finden?
Nein. Marken kaufen den Content, nicht die Reichweite deines Profils. Wichtiger sind ein Portfolio, das zum Produkt passt, und ein klarer Kontaktweg.
Wie viele Marken sollte ich pro Woche anschreiben?
Das hängt von deiner Zeit ab. Im Beispiel sind es fünf Nachrichten pro Woche. Entscheidend ist, dass du dabei bleibst und nachfasst, statt in einer Woche fünfzig zu schicken und dann zu pausieren.
Wann ist ein Kunde nichts für mich?
Wenn Briefing, Nutzung und Budget auch nach Rückfragen unklar bleiben oder Druck aufgebaut wird. Dann lieber freundlich absagen und Zeit für Marken einplanen, die klar kommunizieren.
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