UGC für internationale Kunden läuft im Kern wie jeder andere Auftrag: Briefing, Produkt, Dreh, Lieferung, Zahlung. Es ändern sich fünf Dinge: die Sprache der Videos, die Währung der Rechnung, die Uhrzeit des Liefertermins, die Laufzeit des Produktversands und der Zahlungsweg. Wer diese fünf Punkte vor dem Start schriftlich festhält, vermeidet fast alle Missverständnisse.
UGC steht für „User Generated Content“: Videos und Fotos im Stil normaler Nutzerinnen und Nutzer, die eine Marke selbst einsetzt. Dieser Ratgeber zeigt dir die fünf Absprachen, einen Beispielzeitplan und eine Nachricht zum Kopieren, auf Deutsch und auf Englisch.
UGC für internationale Kunden: fünf Absprachen vor dem Start

1. Sprache: Skript, Sprechtext und Untertitel
Frag zuerst, in welcher Sprache das Video erscheint. Es gibt drei Möglichkeiten: Deutsch für den DACH-Markt, Englisch oder eine andere Sprache der Zielgruppe. Davon hängt ab, ob du den Sprechtext selbst abdecken kannst.
Kläre diese Punkte:
- In welcher Sprache sprichst du, und in welcher stehen Einblendungen und Untertitel?
- Schreibst du das Skript, oder liefert die Marke Texte, die du nur einsprichst?
- Wer prüft den Text, wenn du die Sprache nicht als Erstsprache sprichst?
Sprich nur in Sprachen, die du sicher beherrschst. Eine Marke merkt falsche Betonung sofort. Brauchst du Hilfe, biete Untertitel an, die jemand aus dem Team der Marke gegenliest. Auch Maßangaben, Schreibweisen und Produktnamen sollte die Marke prüfen, bevor du das Video fertig schneidest. Das spart eine Korrekturschleife.
2. Währung: Euro oder fremde Währung
Das Angebot kann in Euro oder in der Währung der Marke laufen. Beides geht, aber du legst es vorab fest.
| Variante | Das musst du absprechen |
|---|---|
| Angebot in Euro | Die Marke trägt die Umrechnung. Du hast keine Kursschwankung. |
| Angebot in fremder Währung | Betrag in dieser Währung festschreiben, Stichtag der Umrechnung und Kosten des Zahlungswegs klären |
Wichtig ist der Zahlungsweg, nicht nur die Währung. Frag bei deiner Bank oder deinem Zahlungsdienst, ob und welche Kosten bei einer Zahlung aus dem Ausland anfallen, und schreib in das Angebot, wer sie trägt. Rechne einen Betrag erst am Ende um und runde auf zwei Nachkommastellen. Wie die Rechnung an eine Marke im Ausland steuerlich aussehen muss, klärst du mit deiner Steuerberatung.
3. Zeit: Datum, Uhrzeit und Zeitzone
„Bis Freitag“ ist für zwei Länder nicht eindeutig. Schreib deshalb jeden Termin so: „Freitag, 9. November, 12:00 Uhr MEZ“. Das gilt für Skript-Freigabe, Lieferung und Feedback. Frag außerdem, welche Feiertage die Marke hat, und nimm sie in den Plan auf.
4. Produktversand aus dem Ausland
Schickt die Marke das Produkt aus dem Ausland, dauert es oft länger als bei einem Versand im Inland. Frag nach der Laufzeit und der Sendungsnummer, und lass die Lieferzeit erst mit Eingang des Produkts beginnen. Das schreibst du so ins Angebot: „Lieferung 7 Werktage nach Eingang des Produkts.“ Verlangt die Marke eine feste Frist, die zum Versand nicht passt, sagst du das gleich: „Bei dieser Laufzeit schaffe ich den Termin nicht, ein Datum nach Eingang des Produkts wäre möglich.“ Wie du die Lieferzeit allgemein festlegst, zeigt der Ratgeber UGC-Lieferzeit.
5. Zahlungsweg und Rechnungsadresse
Frag vor dem Start: An welche Adresse geht die Rechnung, und welche Angaben braucht die Marke darauf? Welcher Zahlungsweg ist vorgesehen, und gilt ein Zahlungsziel? Nimm die Antworten in die Auftragsbestätigung auf, wie im Ratgeber UGC-Auftragsbestätigung beschrieben.
Beispielzeitplan für eine Marke im Ausland
Ava Brandt dreht für die Marke Velune, die ihr Produkt aus dem Ausland verschickt. Das Beispiel nutzt frei gewählte Daten und Laufzeiten, keine Erfahrungswerte.
| Datum | Schritt |
|---|---|
| Montag, 12. Oktober | Briefing und Angebot bestätigt, Rechnungsadresse und Währung festgehalten |
| Dienstag, 13. Oktober | Marke verschickt das Produkt, Sendungsnummer liegt vor |
| Donnerstag, 29. Oktober | Produkt trifft nach 12 Werktagen ein, die Lieferzeit beginnt |
| Montag, 9. November, 12:00 Uhr MEZ | Lieferung nach 7 Werktagen |
Zähle selbst nach: 12 Werktage ab dem 14. Oktober ergeben den 29. Oktober. Ab dem 30. Oktober gezählt, ist der siebte Werktag der 9. November. Hast du im Plan Feiertage im Land der Marke oder bei dir, verschiebt sich der Termin. Dann nennst du das neue Datum sofort.
Nachricht zum Kopieren: Absprachen mit der Marke
Schick diese Nachricht, bevor du ein Angebot erstellst. Sie funktioniert auch als Anhang zur Auftragsbestätigung.
Auf Deutsch
Hallo [Name], bevor ich ein Angebot schicke, habe ich fünf kurze Fragen. 1. Sprache: Soll das Video auf Deutsch oder Englisch sein, mit Untertiteln? 2. Währung: Soll ich in Euro anbieten? 3. Termine: Bitte nennt Datum, Uhrzeit und Zeitzone. 4. Produkt: Wohin und womit wird es verschickt, und wann kommt es an? 5. Zahlung: An welche Adresse geht die Rechnung, und welcher Zahlungsweg ist vorgesehen? Danke und viele Grüße, Ava Brandt
In English
Hi [name], before I send you a quote, I have five short questions. 1. Language: Should the video be in German or English, with subtitles? 2. Currency: May I quote in euros? 3. Deadlines: Please give date, time and time zone. 4. Product: Where and how will it be shipped, and when will it arrive? 5. Payment: What is the invoice address, and which payment method do you plan to use? Thank you and best wishes, Ava Brandt
Wie du ein ganzes Angebot aufbaust, steht im Ratgeber UGC-Angebot schreiben. Den Preis dafür legst du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen daneben. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Wann du einen Auftrag aus dem Ausland ablehnst
Nicht jeder Auftrag lohnt sich. Lehne ab oder verhandle neu, wenn:
- die Marke keine Rechnungsadresse nennen will,
- die Marke Zahlung erst Monate nach der Lieferung vorsieht und keine Anzahlung akzeptiert,
- du die verlangte Sprache nicht sicher sprichst,
- das Produkt nicht innerhalb deines Zeitplans eintrifft und die Marke die Frist nicht anpasst,
- die Marke Vorgaben macht, die du nicht erfüllen kannst oder willst.
Eine freundliche Absage reicht: „Das passt gerade nicht zu meinem Ablauf. Melde dich gern, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.“
Mit Management: Anschrift, Bankverbindung und Fristen im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, hilft dir das Creator-Portal am Handy bei den internationalen Aufträgen:
- Anschrift und Bankverbindung: Du pflegst sie selbst. Ändert sich deine Bankverbindung, bekommt die Agentur eine Aufgabe und du eine Mail.
- Kalender: Fristen und Termine stehen im gemeinsamen Kalender, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail.
- Rechnungen: Du siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
- Auszahlung: Die Agentur wählt den Auszahlungsweg je Creator, darunter SEPA und Auslandsüberweisung. CreatorOffice selbst überweist kein Geld.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Kann ich als UGC-Creator für Marken im Ausland arbeiten?
Ja. Der Ablauf bleibt gleich, nur Sprache, Währung, Zeitzone, Versand und Zahlungsweg musst du vorher klären. Halte die Antworten schriftlich fest, bevor du drehst.
Soll ich UGC auf Englisch anbieten?
Nur, wenn du die Sprache sicher sprichst. Du kannst auch Deutsch mit englischen Untertiteln anbieten. Frag die Marke, was sie braucht, und nenne ehrlich, was du liefern kannst.
In welcher Währung rechne ich ab?
Das legt ihr gemeinsam vor dem Angebot fest. Ein Angebot in Euro ist für dich einfacher. Willst du in einer anderen Währung abrechnen, schreibst du Betrag, Stichtag der Umrechnung und Kosten des Zahlungswegs ins Angebot.
Wie gehe ich mit der Zeitverschiebung um?
Gib jeden Termin mit Datum, Uhrzeit und Zeitzone an. So kann niemand „bis Freitag“ unterschiedlich verstehen. Plane außerdem Feiertage im Land der Marke ein.
Was gilt für die Rechnung an eine Marke im Ausland?
Rechnungsangaben und Steuern klärst du mit deiner Steuerberatung. In diesem Ratgeber geht es nur um die Absprachen mit der Marke, also um Sprache, Währung, Termine, Versand und Zahlungsweg.
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