Eine Marke ohne Kontakt anzuschreiben ist für UGC-Creator normal und kein Zeichen von Aufdringlichkeit. Eine gute erste Nachricht ist kurz, bezieht sich auf die Marke, nennt dein Angebot in einem Satz und stellt eine einzige Frage. Mehr braucht sie nicht, um ein Gespräch zu beginnen.
Die meisten Nachrichten scheitern nicht am Video, sondern am Text drumherum: zu lang, zu allgemein, ohne Bezug. In diesem Ratgeber bereitest du die Nachricht in 15 Minuten vor, baust sie aus vier Teilen auf und bekommst Beispiele für E-Mail und Direktnachricht. Danach weißt du, wie du auf jede Antwort reagierst.
Vorbereitung: 15 Minuten, bevor du schreibst
Eine persönliche Nachricht entsteht aus drei Blicken auf die Marke:
- Produkte: Was verkauft die Marke, und wofür würde man sie im Alltag benutzen?
- Bisheriger Content: Welche Videos zeigt sie schon? Fehlt ein Format, etwa Demos oder Videos, in denen jemand direkt in die Kamera spricht?
- Ansprechperson: Wer kümmert sich um Social Media oder Marketing? Ein Name wirkt besser als „Sehr geehrte Damen und Herren“.
Aus dem, was du siehst, leitest du eine Idee ab. Ein Beispiel: Die Marke Avorae verkauft Trinkflaschen und zeigt auf ihrem Profil nur Produktfotos. Ava Brandt notiert: „Fehlt: Video, das zeigt, wie die Flasche im Rucksack und im Büro im Alltag aussieht.“ Das wird der Kern ihrer Nachricht.
Gibt es keine Idee, die dich selbst überzeugt, schreib nicht. Eine Nachricht, die du in fünf Minuten hinschreibst, merkt man.
Marken anschreiben für UGC: die erste Nachricht in vier Teilen
Eine gute Nachricht folgt diesem Aufbau:

Vorlage: erste E-Mail an eine Marke
Betreff: Videoidee für die Avorae-Flasche im Büroalltag
Hallo Frau Winter,
mir ist aufgefallen, dass auf eurem Profil bisher nur Produktfotos stehen. Ich drehe UGC-Videos und würde die Flasche gern im Alltag zeigen: im Rucksack, am Schreibtisch, beim Spazierengehen.
Hier ist eine Arbeitsprobe zu einem ähnlichen Produkt: [Link]. Weitere Videos findet ihr in meinem Portfolio: [Link].
Wäre das Format für eure Kanäle interessant? Dann schicke ich euch gern zwei Ideen und ein Angebot.
Viele Grüße Ava Brandt
Was die vier Teile leisten:
| Teil | Aufgabe | Im Beispiel |
|---|---|---|
| Bezug | zeigt, dass du die Marke angesehen hast | „bisher nur Produktfotos“ |
| Angebot | sagt in einem Satz, was du lieferst | „UGC-Videos, die Flasche im Alltag“ |
| Arbeitsprobe | ein passendes Video statt zehn | ein Link zu einem ähnlichen Produkt |
| Frage | macht die Antwort leicht | „Wäre das Format interessant?“ |
E-Mail, Kontaktformular oder Direktnachricht?
Der Kanal ändert Länge und Ton, nicht den Aufbau:
| Kanal | Länge | Ton | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 80 bis 120 Wörter | sachlich, freundlich | Betreff nennt die Idee, nicht „Kooperationsanfrage“ | |
| Kontaktformular | 3 bis 5 Sätze | knapp | oft begrenzte Zeichen, Link zum Portfolio genügt |
| Direktnachricht | 2 bis 4 Sätze | locker, aber höflich | Arbeitsprobe als Link, nicht als Anhang |
Findest du keine Ansprechperson, nimm die Adresse für Marketing oder Presse, falls es eine gibt. Ob und in welcher Form Werbe-E-Mails an Firmen erlaubt sind, klärst du mit einer Kanzlei.
Vorlage: Direktnachricht
Hallo Avorae-Team, ich drehe UGC-Videos und hätte eine Idee, wie eure Flasche im Alltag zu sehen sein könnte. Eine Arbeitsprobe und mein Portfolio schicke ich gern. Ist das bei euch ein Thema?
Drei Fehler, die Antworten kosten
Die Massennachricht. Dieselbe Mail an fünfzig Marken, nur der Name ausgetauscht. Marken erkennen das und antworten nicht.
Statt: „Ich liebe eure Produkte und würde gern mit euch zusammenarbeiten.“ Besser: „Mir ist aufgefallen, dass auf eurem Profil Demo-Videos fehlen. Ich würde die Flasche im Rucksack zeigen.“
Der Preis ohne Zusammenhang. Wer in der ersten Nachricht „Ein Video kostet 300 €“ schreibt (frei gewählte Zahl), hat nichts erklärt: weder Umfang noch Nutzung. Die Marke kann den Betrag nicht einordnen. Nenn den Preis erst, wenn du weißt, was sie braucht.
Zu viel Text. Eine Marke liest in 20 Sekunden, ob sie weiterliest. Alles, was nicht zu Bezug, Angebot, Arbeitsprobe oder Frage gehört, kommt raus: deine Lebensgeschichte, deine Ausrüstung, deine Lieblingsprodukte.
Antworten einordnen und richtig reagieren
Auf deine Nachricht kommt eine von vier Reaktionen:
| Antwort | Was sie bedeutet | Dein nächster Schritt |
|---|---|---|
| „Klingt interessant“ | Die Marke will mehr wissen | Zwei Ideen und Rückfragen zu Umfang und Nutzung schicken |
| „Was kostet das?“ | Sie will ein Angebot | Nicht sofort einen Betrag nennen, erst Umfang klären (siehe unten) |
| „Aktuell nicht“ | Kein Bedarf jetzt | Danken, Portfolio-Link dalassen, in drei Monaten kurz melden |
| keine Antwort | Die Nachricht ging unter | Nach sieben bis zehn Tagen freundlich nachfragen |
Auf die Preisfrage antworten:
Gern! Damit ich euch ein passendes Angebot machen kann, brauche ich drei Infos: Wofür wollt ihr das Video nutzen, auf welchen Kanälen und wie lange, und wie viele Videos oder Varianten stellt ihr euch vor? Dann schicke ich euch ein Paket mit Preis.
Das Paket rechnest du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen durch. Das Nachfassen bei Schweigen übst du im Ratgeber UGC-Follow-up an Marken.
Eine Absage ist keine Ablehnung deiner Arbeit. Meist passt gerade das Budget oder der Zeitpunkt nicht.
Dein Wochenplan: fünf persönliche Nachrichten
Aus der Vorbereitung wird eine Gewohnheit, wenn du sie in feste Zeiten legst. Ein Plan, der auch neben anderen Aufgaben klappt:
| Tag | Aufgabe | Dauer |
|---|---|---|
| Montag | fünf Marken aus deiner Liste auswählen, Produkte und Content ansehen | 30 Minuten |
| Dienstag | Ideen und Ansprechpersonen notieren | 30 Minuten |
| Mittwoch | zwei Nachrichten schreiben und verschicken | 30 Minuten |
| Donnerstag | drei Nachrichten schreiben und verschicken | 40 Minuten |
| Freitag | Liste mit Datum und Stand aktualisieren, Antworten beantworten | 20 Minuten |
Nach einer Woche steht in deiner Liste bei jeder Marke ein Datum, an dem du nachfasst. So geht keine Nachricht verloren, und du schreibst nie zweimal dieselbe Marke ohne es zu merken. Wer noch keine Marken auf der Liste hat, findet Ansätze im Ratgeber UGC-Kunden finden.
Wenn der Auftrag über eine Agentur kommt
Manche Marken geben deine Nachricht an ihre Agentur weiter. Dann antwortet eine andere Person, oft mit Fragen zu Verfügbarkeit und Lieferzeit. Bleib bei deinem Aufbau und beantworte die Fragen konkret. Wie Agenturen selbst bei Marken anfragen, ist ein anderes Thema und steht im Ratgeber Pitch an Marken.
Mit Management: nach der Zusage alles im Creator-Portal
Nutzt dein Management oder deine Agentur CreatorOffice, siehst du im Creator-Portal am Handy, wie es nach deiner Nachricht weitergeht:
- Deine Deals: jede Zusage je Monat mit Stand, Anteil und Frist
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Verträge: Liste mit „Bitte unterschreiben“ und „Vollständig unterschrieben“, Unterschrift per Link
- Nachrichten: Chat mit dem Team direkt an der Kooperation
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.

Häufige Fragen
Wie kontaktiere ich Marken für UGC, ohne aufdringlich zu wirken?
Schreib persönlich und kurz. Beziehe dich auf ein Produkt oder auf Content, den du bei der Marke gesehen hast, und stell nur eine Frage. Eine Nachricht, die nach Mühe aussieht, wirkt nicht aufdringlich.
Was schreibe ich in die Betreffzeile?
Nenn die Idee oder das Produkt, zum Beispiel „Videoidee für eure Flasche im Büroalltag“. Allgemeine Betreffs wie „Kooperationsanfrage“ gehen im Postfach unter. Halte ihn unter zehn Wörtern.
Wann schreibe ich eine Direktnachricht statt einer E-Mail?
Nimm die Direktnachricht, wenn die Marke keine öffentliche Adresse nennt oder Social Media ihr Hauptkanal ist. Gibt es eine Ansprechperson per E-Mail, ist die E-Mail die bessere Wahl, denn du kannst mehr erklären. Beides folgt demselben Aufbau.
Wie viele Marken schreibe ich pro Woche an?
Das hängt von deiner Zeit ab. Lieber fünf persönliche Nachrichten als fünfzig gleiche. Notiere jede in einer Liste mit Datum, damit du nach einer Woche nachfassen kannst.
Soll ich in der ersten Nachricht meinen Preis nennen?
Nein, erst wenn du weißt, was die Marke braucht. Frag nach Nutzung, Kanälen und Umfang und schick dann ein Angebot. Ein Preis allein sagt der Marke nichts.
CreatorOffice für Creator
Kommt aus deiner Nachricht ein Auftrag über ein Management, das CreatorOffice nutzt, hast du Deal, Fristen, Vertrag und Rechnung im Creator-Portal an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management.


