Eine UGC-Bewerbung zu schreiben heißt: in wenigen Sätzen zeigen, dass du den Aufruf gelesen hast, passende Arbeitsproben besitzt und zuverlässig lieferst. Auf einen Aufruf wie „UGC-Creator gesucht“ antworten oft viele. Wer klar, kurz und passend schreibt, fällt auf.
Du liest erst den Aufruf wie ein Briefing. Dann setzt du die Bewerbung aus vier Bausteinen zusammen, entscheidest zwischen Kurzbewerbung und E-Mail und beantwortest die Preisfrage, ohne dich zu verkaufen. Vorlagen für beide Formen und eine Bewerbungsliste sind dabei.
Den Aufruf lesen wie ein Briefing: sechs Angaben
Bevor du etwas schreibst, suchst du im Aufruf sechs Angaben. Fehlt eine, wird sie später deine Rückfrage.
Ein Beispiel. Die Marke Velune schreibt: „Wir suchen UGC-Creator für ein Notizbuch-Set. Gewünscht sind zwei Videos bis 30 Sekunden für unsere Anzeigen. Bewerbung bis 20. Oktober mit drei Arbeitsproben. Budget pro Creator: nach Absprache.“
| Angabe | Im Beispiel | Was du daraus machst |
|---|---|---|
| Produkt | Notizbuch-Set | Passende Proben aus Papier und Schreibwaren heraussuchen |
| Format | zwei Videos, bis 30 Sekunden | Proben in dieser Länge zeigen |
| Frist | 20. Oktober | Bewerbung früher abschicken, nicht am letzten Tag |
| Geplante Nutzung | Anzeigen | Nutzung für Anzeigen im Preis berücksichtigen |
| Budget | „nach Absprache“ | Preis nicht nennen, erst Umfang klären |
| Verlangt | drei Arbeitsproben | genau drei schicken, nicht zehn |
Halte dich an das, was verlangt wird. Wer fünf Proben schickt, obwohl drei gewünscht sind, zeigt, dass er nicht genau liest.
Ein Satz zur Sicherheit: Ob ein Aufruf echt ist, prüfst du, bevor du Daten schickst, und Zugangsdaten gibst du nie heraus.
UGC-Bewerbung schreiben: die vier Bausteine
Jede Bewerbung, ob kurz oder lang, besteht aus denselben vier Teilen:
- Vorstellung in zwei Sätzen. Wer du bist und was du machst. Nenn dein Produktfeld, nicht deinen Lebenslauf.
- Zwei bis drei passende Proben. Such die heraus, die zum Produkt und zum Format des Aufrufs passen. Ein Link je Probe genügt.
- Verfügbarkeit. Ab wann du Zeit hast und in welcher Zeit du liefern kannst.
- Eine Rückfrage. Sie zeigt Interesse und klärt, was im Aufruf fehlt, zum Beispiel die Nutzung.
Kurz, passend, ohne Preis im ersten Satz: So bleibt jede Bewerbung leicht zu lesen.

Kurzbewerbung oder E-Mail: was wann passt
Manche Aufrufe verlangen einen Kommentar oder eine Nachricht, andere eine E-Mail. Halte dich an die gewünschte Form. Hast du die Wahl, hilft die Tabelle:
| Kurzbewerbung (Kommentar oder Nachricht) | Ausführliche Bewerbung (E-Mail) | |
|---|---|---|
| Wann | der Aufruf nennt wenig, viele antworten | der Aufruf nennt Details, Formular oder Adresse |
| Länge | drei bis vier Sätze | kurze Absätze mit allen vier Bausteinen |
| Proben | ein Link zum Portfolio | zwei bis drei einzelne Links |
| Vorteil | schnell, wird bemerkt | Platz für Verfügbarkeit und Rückfrage |
Vorlage: Kurzbewerbung
Hallo Velune-Team, ich bin Ava, UGC-Creatorin für Papier und Schreibwaren. Zwei passende Videos mit unterschiedlichen Hooks findet ihr hier: [Link]. Ich habe ab nächster Woche Zeit. Dürfen die Videos auch in Anzeigen laufen, und für wie lange?
Vorlage: Bewerbung per E-Mail
Betreff: Bewerbung UGC Notizbuch-Set – Ava Brandt
Hallo [Name],
ich bin Ava Brandt und mache UGC-Videos für Papier und Schreibwaren, mit mehreren Hook-Versionen pro Video. Ein Hook ist der Einstieg in die ersten Sekunden.
Passend zu eurem Aufruf: - [Link zu Probe 1], 25 Sekunden, Fokus Auspacken - [Link zu Probe 2], 30 Sekunden, Fokus Anwendung
Ich kann ab dem [Datum] starten und liefere in [Zahl] Werktagen nach Eingang des Produkts.
Eine Frage vorab: Für welche Kanäle und welchen Zeitraum plant ihr die Nutzung? Dann schicke ich euch ein passendes Angebot.
Viele Grüße Ava Brandt
Die Preisfrage: Paket nennen oder erst Details erfragen
Viele Aufrufe fragen nach deinem Preis oder deinem Budget. Du hast drei Möglichkeiten:
- Der Aufruf nennt Umfang und Nutzung klar. Dann kannst du ein Paket mit Preis nennen.
- Der Aufruf lässt Dinge offen. Dann fragst du zuerst nach Nutzung, Hooks und Lieferzeit und nennst den Preis im Angebot.
- Der Aufruf nennt ein Budget. Dann prüfst du, ob dein Aufwand dazu passt, und schlägst notfalls einen kleineren Umfang vor.
Im Hintergrund brauchst du immer deinen Rechenweg. Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, ohne Steuern: Ava rechnet für das Notizbuch-Set mit 3 Stunden für ein Video, je 1 Stunde für zwei Hook-Versionen und 1 Stunde für eine Korrekturschleife, zusammen 6 Stunden. Bei 40 € je Stunde sind das 240 €. Für die Nutzung in Anzeigen schlägt sie 20 % auf: 48 €. Ihr Angebot lautet 288 €.
Nachgerechnet: 3 + 2 + 1 = 6 Stunden, 6 × 40 € = 240 €, 20 % von 240 € = 48 €, 240 € + 48 € = 288 €.
Dieses Ergebnis schickst du nicht in die Bewerbung, solange der Umfang offen ist. Du gleichst es im Rechner UGC-Vergütung berechnen ab. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Wenn die Marke nach dem Preis fragt, ohne Umfang zu nennen, antwortest du zum Beispiel: „Der Preis hängt von Zahl der Hook-Versionen und Nutzung ab. Wenn ihr mir das schreibt, schicke ich euch ein konkretes Angebot.“ Das klingt sicher und gibt nichts preis.
Nach der Bewerbung: Liste führen und Antworten auswerten
Eine Bewerbung ohne Liste geht schnell verloren. Eine einfache Tabelle reicht:
| Datum | Marke | Aufruf | Proben | Stand | Antwort |
|---|---|---|---|---|---|
| 6.10. | Velune | Notizbuch-Set | 2 Videos | gesendet | offen |
| 7.10. | Kalmira | Teesets | 3 Videos | gesendet | Rückfrage |
Hör nach etwa einer Woche nach, wenn der Aufruf keinen Termin nennt, und zwar freundlich und mit einem Satz. Wie ein Follow-up aussehen kann, steht im Ratgeber UGC-Follow-up an Marken.
Absagen sind Hinweise, keine Urteile. Sortiere sie nach drei Fragen:
- Passte das Produkt nicht? Dann bewirb dich künftig gezielter.
- Waren die Proben zu allgemein? Dann dreh eine Probe, die genau diesen Produktbereich zeigt, und nimm sie ins Portfolio auf.
- Kam gar keine Antwort? Das sagt wenig. Viele Marken melden sich nur bei Auswahl.
Mit Agentur: von der Zusage ins Creator-Portal
Bewirbst du dich bei einer Agentur, wählt sie meist mehrere Creator für einen Auftrag aus. Wie diese Auswahl aus Agentursicht läuft, zeigt der Ratgeber Influencer-Casting. Nimmt dich eine Agentur an, die CreatorOffice nutzt, hilft dir das Creator-Portal am Handy:
- Briefings: je Kooperation oder je Beitrag
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Kalender: Fristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Content hochladen: Das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an.
- Rechnungen: einreichen und Prüfung, Freigabe und Zahlung sehen
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Was gehört in eine UGC-Bewerbung?
Eine kurze Vorstellung, zwei bis drei passende Arbeitsproben, deine Verfügbarkeit und eine Rückfrage. Mehr braucht es nicht. Halte dich außerdem genau an das, was der Aufruf verlangt.
Soll ich in der Bewerbung meinen Preis nennen?
Nur, wenn Umfang und Nutzung klar sind. Sonst frag zuerst nach Details und nenn den Preis im Angebot. Rechne deinen Preis aber vorher, damit du auf Rückfragen sicher antwortest.
Wie viele Arbeitsproben schicke ich mit?
So viele, wie der Aufruf verlangt. Nennt er keine Zahl, sind zwei bis drei passende Proben besser als ein langer Link mit allem. Wähle Proben, die zu Produkt und Format des Aufrufs passen.
Reicht ein Kommentar unter dem Aufruf, oder brauche ich eine E-Mail?
Wenn der Aufruf einen Kommentar verlangt, genügt er. Sonst ist eine kurze E-Mail sicherer, weil du Verfügbarkeit und Rückfrage unterbringst. Du kannst auch beides tun, wenn der Aufruf das nicht ausschließt.
Was mache ich nach einer Absage?
Frag höflich, ob du Rückmeldung zur Bewerbung bekommen kannst, und trag die Absage in deine Liste ein. Prüf, ob Produkt, Proben oder Format nicht passten, und pass dein Portfolio an.
CreatorOffice für Creator
Wird deine Bewerbung über ein Management oder eine Agentur angenommen, die CreatorOffice nutzt, laufen Briefing, Fristen, Upload und Rechnung an einem Ort im Creator-Portal. Das macht den Schritt von der Zusage zum Dreh einfacher.


