UGC-Creator werden kannst du ohne große Reichweite. Marken kaufen bei UGC Videos und Fotos, die sie selbst einsetzen: auf ihren Kanälen, im Onlineshop oder in Anzeigen. UGC steht für „User Generated Content“, also Inhalte, die wirken, als hätte sie ein echter Nutzer gemacht. Du verkaufst deine Arbeit, nicht deine Follower.
Dieser Ratgeber führt dich von der ersten Idee bis zur ersten Rechnung. Du bekommst einen Plan für die ersten vier Wochen, einen Rechenweg für dein erstes Angebot und eine Liste, mit der du deine Aufträge von Anfang an im Griff hast.
Was Marken bei UGC einkaufen
Bei einer Influencer-Kooperation bezahlt die Marke für einen Beitrag auf einem Profil mit Reichweite. Bei UGC bezahlt sie für die Datei selbst: das fertige Video oder Foto, das sie auf eigenen Kanälen und in eigenen Anzeigen verwendet. Dein Profil muss dafür nicht groß sein. Es muss nur zeigen, dass du liefern kannst.
Marken schauen deshalb auf andere Dinge:
- Wirkt das Video echt? Sprache, Licht und Ton sind klar, das Produkt wird natürlich benutzt.
- Kommt es schnell zum Punkt? Ein Hook ist der Einstieg, also die ersten Sekunden, in denen sich entscheidet, ob jemand weiterschaut.
- Läuft die Zusammenarbeit sauber? Fristen halten, Briefing lesen, Rückfragen früh stellen.
Die Frage nach den Voraussetzungen lässt sich so beantworten:
| Das brauchst du | Das brauchst du nicht |
|---|---|
| ein Handy, ruhiges Licht, verständlicher Ton | ein Studio oder teure Technik |
| drei bis fünf Arbeitsproben | tausende Follower |
| Lust, Briefings genau zu lesen | eine Agentur |
| Zuverlässigkeit bei Fristen | Erfahrung mit großen Marken |
UGC-Creator werden in vier Wochen: der Startplan
Der Plan ist bewusst klein. Du willst nach vier Wochen etwas zeigen können, nicht perfekt sein.
| Woche | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Zwei Formate und einen Produktbereich wählen | Du weißt, was du anbietest |
| 2 | Drei Beispielvideos drehen | Erste Arbeitsproben |
| 3 | Alles an einem Ort sammeln | Ein Link, den du verschicken kannst |
| 4 | Zehn bis zwanzig passende Marken notieren | Deine erste Liste |
Woche 1: Formate wählen. Ein Talking Head ist ein Video, in dem du direkt in die Kamera sprichst. Eine Demo zeigt das Produkt in der Benutzung. Ein Unboxing zeigt das Auspacken. Such dir zwei Formate aus, die dir liegen, und einen Produktbereich, in dem du dich auskennst: Küche, Haustier, Reisen, Sport oder Technik. Wie du die Wahl eingrenzt, zeigt der Ratgeber UGC-Nische finden.
Woche 2: Beispielvideos drehen. Nimm Produkte, die du ohnehin zu Hause hast. Wie Arbeitsproben ohne Auftrag aussehen, steht im Ratgeber UGC-Beispielvideos drehen.
Woche 3: Link anlegen. Leg alle Videos auf einer Seite oder in einer PDF-Datei ab, mit je einem Satz dazu. Der Aufbau steht im Ratgeber UGC-Portfolio erstellen.
Woche 4: Marken sammeln. Schau dir an, welche Marken in deinem Produktbereich Videos von echten Menschen nutzen. Schreib sie mit Namen und Ansprechperson in eine Liste. Wo du suchst, erklärt der Ratgeber UGC-Kunden finden.
Startest du neben einem anderen Job, dehne den Plan auf acht Wochen, und ob und wie du dich anmelden musst, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Dein erstes Angebot: der Rechenweg
Allgemeine Preise gibt es nicht, und du brauchst auch keine. Rechne von deinem Aufwand aus und schreib Extras und Nutzung als eigene Posten auf. Das Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern.
Jona Wiese macht UGC für Küchenhelfer. Die Marke Kalmira fragt nach einem Video von 30 Sekunden. Ein Hook ist dabei der Einstieg des Videos, Rohmaterial sind die ungeschnittenen Clips.
| Posten | Aufwand |
|---|---|
| Briefing lesen, Skript schreiben | 1 Stunde |
| Dreh | 2 Stunden |
| Schnitt | 2 Stunden |
| Absprache und Lieferung | 1 Stunde |
| 2 zusätzliche Hooks (je 0,5 Stunden) | 1 Stunde |
| Rohmaterial sortieren und übergeben | 1 Stunde |
| Summe | 8 Stunden |
Jona setzt 35 € je Stunde an: 8 × 35 € = 280 €. Kalmira will das Video 30 Tage organisch zeigen, das steckt im Preis, und zusätzlich in Anzeigen. Dafür schlägt Jona 30 % auf: 30 % von 280 € = 84 €. Das Angebot lautet 280 € + 84 € = 364 €.
Wie du deinen eigenen Stundensatz findest, rechnest du im Rechner UGC-Vergütung berechnen gegen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Im Angebot steht dann kein einzelner Betrag, sondern eine Aufstellung:
Video, bis zu 30 Sekunden, für [Plattform]: [Betrag] 2 zusätzliche Hook-Versionen: [Betrag] Rohmaterial, sortiert übergeben: [Betrag] Nutzung: 30 Tage, [Kanäle], mit Anzeigen: [Betrag] Eine Korrekturschleife ist enthalten.
Ab der Zusage: der Ablauf in sechs Schritten
Sagt eine Marke zu, läuft jeder Auftrag ähnlich. Wer die Reihenfolge kennt, vergisst nichts.
- Briefing prüfen: Was soll das Video zeigen, für welche Plattform, bis wann? Offene Punkte klärst du vor dem Dreh.
- Produkt annehmen: Kommt es vollständig an? Sag der Marke Bescheid.
- Skript freigeben lassen: Die Marke liest dein Skript, bevor du drehst. Das spart Nachdrehs.
- Video liefern: Alle vereinbarten Dateien, am besten mit einer kurzen Übersicht.
- Korrekturen einarbeiten: So viele Runden, wie im Angebot stehen.
- Rechnung schreiben: Sobald alles freigegeben ist, mit Zahlungsziel.

So behältst du vom ersten Tag an den Überblick
Du brauchst am Anfang kein Programm. Drei Dinge reichen.
Eine Auftragsliste. Eine Tabelle mit einer Zeile je Auftrag:
| Marke | Produkt | Stand | Nächste Frist |
|---|---|---|---|
| Kalmira | Küchenhelfer-Set | Skript wartet auf Freigabe | 12. November |
| Lunava | Teeset | Briefing offen | 15. November |
Die Daten sind frei gewählt. Wichtig ist die Spalte „Nächste Frist“: Sortiere nach ihr, und du siehst jeden Morgen, was zuerst dran ist.
Ein Ordner je Kunde. Briefing, Skript, Rohmaterial und fertige Videos liegen an einem Platz. So findest du auch nach Monaten, was du geliefert hast.
Zwei Textvorlagen. Eine für dein Angebot, eine für die Lieferung. Du passt nur Namen, Datum und Betrag an. Das macht dich schneller und lässt dich verlässlich wirken.
Was am Anfang normal ist
Viele Einsteiger zweifeln nach den ersten Wochen. Dabei ist vieles ganz normal:
- Auf erste Nachrichten antworten viele Marken nicht. Das sagt nichts über dein Video.
- Der erste Auftrag ist oft klein. Er zeigt dir trotzdem, wie lange du wirklich brauchst.
- Dein erster Preis liegt wahrscheinlich daneben. Passe ihn an, sobald du echte Stunden kennst.
- Du darfst Aufträge ablehnen, die nicht zu deinem Produktbereich passen.
Wann ein erster Auftrag kommt, lässt sich nicht vorhersagen. Sicher ist nur: Ohne Arbeitsproben und ohne Liste schreibt dich niemand an.
Mit Management: dein Auftrag im Creator-Portal
Manche UGC-Creator arbeiten über eine Agentur oder ein Management. Nutzt es CreatorOffice, hilft dir das Creator-Portal am Handy durch den Ablauf:
- Deine Deals: jeder Auftrag je Monat mit Stand, deinem Anteil und Frist
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Briefing: was die Marke wünscht, je Kooperation oder je Beitrag
- Content hochladen: Du lädst dein Video hoch, das Team gibt es frei oder fordert eine Korrektur an.
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.

Häufige Fragen
Kann ich UGC-Creator werden ohne Follower?
Ja. Marken kaufen bei UGC das fertige Video, nicht deine Reichweite. Ein kleines oder neues Profil ist kein Hindernis, solange du Arbeitsproben zeigst und zuverlässig lieferst.
Was brauche ich, um mit UGC anzufangen?
Ein Handy, ruhiges Licht, verständlichen Ton und ein Schnittprogramm genügen für den Start. Dazu kommen drei bis fünf Arbeitsproben und ein Link, unter dem du sie zeigst. Mehr Technik kannst du später kaufen, wenn Aufträge sie bezahlen.
Wie viele Beispielvideos brauche ich für den Start?
Drei bis fünf reichen. Zeig lieber zwei verschiedene Formate sauber als zehn Videos in schwacher Qualität. Marken wollen sehen, dass du einen Einstieg, Ton und Produktnutzung beherrschst.
Wie finde ich meine ersten Marken?
Beginne mit Marken aus deinem Produktbereich, die schon Videos von echten Menschen nutzen. Notiere Ansprechpersonen und schreib sie mit einer Arbeitsprobe an. Weitere Wege zeigt der Ratgeber UGC-Kunden finden.
Muss ich Videos umsonst drehen, um anzufangen?
Eigene Beispielvideos mit Produkten von zu Hause kosten nur deine Zeit und brauchen keine Marke. Für Aufträge von Marken solltest du dein Angebot nach Aufwand rechnen. Ob ein unbezahltes Probevideo je sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.
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