Eine Korrekturschleife ist eine Runde Feedback: Die Marke sieht einen Entwurf, nennt Änderungswünsche, der Creator überarbeitet und gibt eine neue Fassung ab. Korrekturschleifen bei Influencer-Kooperationen begrenzt du, indem du vor dem Dreh eine Zahl vereinbarst, Feedback in einer Nachricht bündelst und jede weitere Runde sichtbar berechnest.
Ohne diese Regeln wächst ein Video von einer Runde zur nächsten, und der Creator arbeitet für dasselbe Honorar länger und länger. Hier findest du Entscheidungsregeln, eine Vorlage für Feedback, ein Rechenbeispiel für zusätzliche Runden und den Ablauf einer Freigabe.
Was zählt als Korrekturschleife und was nicht
Ohne klare Definition streitet ihr später über jede Runde. Lege vorab fest, was eine Schleife ist:
| Fall | Zählt als Schleife? |
|---|---|
| Marke schickt gebündeltes Feedback zu einem Entwurf | Ja |
| Marke schickt am nächsten Tag weitere Wünsche zum selben Entwurf | Nein, gehört zur selben Runde, wenn sie noch nicht überarbeitet wurden |
| Wunsch widerspricht dem abgestimmten Briefing | Ja |
| Der Creator hat vom Briefing abgewichen | Nein, er korrigiert auf eigene Kosten |
| Schreibfehler oder technischer Mangel im Video | Nein |
| Marke ändert Produkt, Botschaft oder Zeitraum nach der Abnahme des Skripts | Ja, und besprecht zusätzlich den Preis |
Die Tabelle ist ein Vorschlag. Wichtig ist, dass ihr sie gemeinsam anschaut, bevor das erste Video entsteht, und dass sie in der Vereinbarung steht.
Wie viele Korrekturschleifen bei Influencer-Videos vereinbaren?
Eine allgemeine Zahl gibt es nicht. Sie hängt vom Aufwand des Formats ab. Als Ausgangspunkt für dein Gespräch:
| Format | Vorschlag | Warum |
|---|---|---|
| Foto-Beitrag | 1 Schleife | wenig Aufwand je Änderung |
| Story-Set | 1 bis 2 Schleifen | kurze Fassungen, schnelle Anpassung |
| Video | 2 Schleifen | Schnitt und Ton kosten bei jeder Runde Zeit |
| Monatsdeal | 2 Schleifen je Beitrag | keine Sammelschleifen für den ganzen Monat |
Zwei Dinge senken den Bedarf deutlich: ein Skript oder Storyboard, das die Marke vor dem Dreh freigibt, und ein Briefing, das No-Gos und Muss-Aussagen nennt. Wer die Idee vor dem Dreh abgenommen hat, korrigiert danach meist nur noch Feinheiten.
Zusätzliche Korrekturen berechnen: ein Beispiel
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise und ohne Steuern. Creatorin Elin Berg hat mit der Marke Velune einen Monatsdeal über drei Monate: ein Video je Monat für 900 €, zwei Korrekturschleifen je Video enthalten, jede weitere kostet 60 €.
| Monat | Tatsächliche Schleifen | Zusätzlich | Aufpreis |
|---|---|---|---|
| Oktober | 2 | 0 | 0 € |
| November | 4 | 2 | 120 € |
| Dezember | 3 | 1 | 60 € |
Die Summe: 3 × 900 € = 2.700 € für die Videos und 120 € + 60 € = 180 € für zusätzliche Schleifen. Zusammen 2.880 €.

Zeige die Zahlen der Marke am Ende jedes Monats, nicht erst am Ende der Kooperation. So gibt es keine Überraschung, und die Marke sieht, was ihre Wünsche kosten. Wie du Vergütung für Videos aufbaust, rechnest du im Rechner für die UGC-Vergütung berechnen durch.
Feedback bündeln: eine Vorlage
Die meisten Extra-Runden entstehen, weil Feedback tröpfelt. Zwei Personen der Marke schreiben nacheinander, ein Wunsch widerspricht dem anderen, und die Creatorin überarbeitet dreimal. Dagegen helfen eine Ansprechperson und eine Nachricht:
Bitte senden Sie uns Ihr Feedback gesammelt in einer Nachricht. Dazu gehören: 1. die Sekunde im Video, auf die sich der Wunsch bezieht, 2. was geändert werden soll, 3. ob es ein Muss oder ein Wunsch ist. Wenn mehrere Personen bei Ihnen Feedback geben, sammeln Sie es bitte intern, bevor es uns erreicht. Nach Ihrer Rückmeldung überarbeitet Elin Berg das Video und schickt Ihnen die neue Fassung bis Donnerstag.
Die Unterscheidung zwischen Muss und Wunsch bringt Ordnung. Muss-Punkte werden in der Runde erledigt, Wünsche besprecht ihr. Eine Marke, die jeden Punkt als Muss markiert, merkt schnell, dass sie sich entscheiden muss.
Der Ablauf einer Freigabe in sechs Schritten
Ein fester Ablauf der Content-Freigabe verhindert, dass Fassungen durcheinandergeraten:
- Entwurf hochladen: Der Creator lädt die Fassung an einen festen Ort.
- Intern prüfen: Dein Team prüft gegen das Briefing, bevor die Marke es sieht. Fehler fängst du so vor der ersten Schleife ab.
- Marke bekommt die Fassung: mit Frist für die Rückmeldung.
- Feedback kommt gesammelt: eine Nachricht, Muss und Wunsch getrennt.
- Creator überarbeitet: neue Fassung mit Nummer.
- Freigabe: Die Marke gibt schriftlich frei. Danach gibt es keine inhaltlichen Änderungen mehr.
Nummeriere die Fassungen und lösche keine alten. Wenn die Marke später fragt, was sie wann gesagt hat, kannst du es zeigen.
Briefing: Korrekturen vor dem Dreh vermeiden
Jede Änderung, die du vor dem Dreh klärst, kostet nichts. Dieselbe Änderung nach dem Schnitt kostet eine Schleife. Prüfe das Briefing deshalb gegen diese Punkte:
Lass die Marke das Briefing bestätigen, bevor die Creatorin dreht. Eine kurze Bestätigung per Antwort genügt. Sie schützt beide Seiten, wenn später ein Wunsch auftaucht, der im Briefing nicht stand.
Wenn die Marke mehr will: Gespräch statt Runde
Irgendwann schickt eine Marke Feedback, das nach einem anderen Video klingt. Dann hilft keine weitere Schleife, sondern ein Gespräch. Eine feste Regel macht es leichter: Nach der vereinbarten Zahl der Schleifen sprecht ihr kurz, was noch offen ist. Eine Vorlage:
Guten Tag Frau Keller, wir haben die vereinbarten zwei Korrekturschleifen erreicht. Die jetzt gewünschten Änderungen betreffen den Einstieg und die Musik. Eine weitere Schleife kostet laut Vereinbarung 60 €. Wir schlagen vor, kurz zu telefonieren und die Wünsche zu bündeln. Wann passt es Ihnen? Beste Grüße, Alex Nord
Die Nachricht ist freundlich, nennt die Zahl und die Kosten und bietet einen Weg an. Damit bleibt die Beziehung gut, und die Grenze steht.
Typische Fehler und wie du sie behebst
Die Zahl der Schleifen steht nicht fest
„Ein paar Anpassungen sind drin“ ist keine Zahl. Schreibe sie auf: „zwei Schleifen je Video“.
Es gibt keine einheitliche Ansprechperson
Drei Leute der Marke geben Feedback, jeder widerspricht dem anderen. Bitte die Marke, eine Person zu benennen, die sammelt.
Das Briefing ist dünn
Ohne Muss-Aussagen und No-Gos entdeckt die Marke beim fertigen Video, was sie anders wollte. Ein ausführliches Briefing ist die günstigste Korrektur.
Fassungen sind nicht nummeriert
Niemand weiß, welche Version gemeint ist. Nummeriere jede Fassung und halte fest, auf welche sich das Feedback bezieht.
Der Aufpreis kommt überraschend
Wenn die Marke erst in der Rechnung von Extra-Kosten erfährt, entsteht Streit. Sage es bei der Anfrage der zusätzlichen Runde.
Wer den Aufpreis bekommt
Eine zusätzliche Schleife ist Arbeit des Creators. Deshalb gehört der Aufpreis in die Abrechnung mit ihm, abzüglich deiner Provision, wie bei jedem anderen Posten. Im Beispiel mit einer frei gewählten Provision von 20 % ergibt das:
- Aufpreise im Quartal: 180 €
- Provision der Agentur: 20 % von 180 € = 36 €
- Anteil für Elin Berg: 144 €
Sprich diese Verteilung vorher mit der Creatorin ab. Manche Agenturen geben den Aufpreis ungeschmälert weiter, weil er Mehrarbeit abgilt und keine Vermittlungsleistung. Beides ist möglich, aber es muss feststehen, bevor die erste Zusatzschleife anfällt. Steht es nicht fest, zahlt am Ende einer der Beteiligten drauf, ohne es zu wollen.
Wann eine Tabelle reicht
Mit wenigen Videos pro Monat reicht eine Tabelle mit den Spalten Beitrag, Fassung, Datum, Schleife, Feedback, Stand. Sie wird knapp, wenn mehrere Creator und Marken gleichzeitig Fassungen austauschen, wenn Videos per Link und Chat kursieren oder wenn niemand mehr weiß, bei welcher Schleife ihr seid.
So bildet CreatorOffice die Korrekturschleifen ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation: Was du einmal einträgst, übernimmt der nächste Schritt, vom Angebot bis zur Auszahlung. Für Feedback-Runden sind diese Funktionen belegt:
- Content-Ablage mit Video: Creator laden Entwürfe hoch, dein Team kommentiert, gibt frei oder fordert eine Korrektur an.
- Korrekturschleifen zählen: CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
- Freigabe durch die Marke: per Link, mit Video. Ab Tarif Team.
- Briefings: strukturiert je Kooperation oder je Beitrag, damit No-Gos und Muss-Aussagen von Anfang an feststehen.
- Fristen: Jeder Beitrag hat Fristen im gemeinsamen Kalender, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag.
- Veröffentlichung: Creator melden veröffentlichte Beiträge mit Link und Datum.
Was ein Aufpreis kostet und wann du ihn berechnest, legst du fest. Mehr zum Bereich steht auf der Seite Influencer-Kooperationen verwalten. Was in welchem Tarif steckt, zeigen die Tarife.
Häufige Fragen
Wie viele Korrekturschleifen sollte ich bei Influencer-Videos vereinbaren?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Zwei Schleifen je Video sind ein praktischer Ausgangspunkt. Entscheidend ist, dass die Zahl vor dem Dreh feststeht und in der Vereinbarung steht.
Was ist eine Korrekturschleife?
Eine Runde Feedback: Die Marke prüft einen Entwurf und nennt Änderungswünsche, der Creator überarbeitet und gibt eine neue Fassung ab.
Wie berechne ich zusätzliche Korrekturen?
Lege vorab einen Betrag je weitere Schleife fest, zum Beispiel 60 €, und weise ihn bei der Anfrage der Runde aus. Am Monatsende rechnest du die Summe ab.
Wie begrenze ich Feedback-Runden mit Marken?
Vereinbare eine Zahl, bitte um gebündeltes Feedback von einer Ansprechperson und gib der Marke eine Frist. Nach der vereinbarten Zahl sprecht ihr, statt noch eine Runde zu drehen.
Zählt ein Fehler des Creators als Korrekturschleife?
Nein. Schreibfehler, technische Mängel und Abweichungen vom abgestimmten Briefing korrigiert der Creator ohne Aufpreis. Das solltet ihr vorher festhalten.
Zählt CreatorOffice Korrekturschleifen mit?
Ja. Die Content-Ablage zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit, wenn das Team eine Korrektur anfordert. Die Freigabe durch die Marke per Link gibt es ab Tarif Team.
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