Ein Kooperationspaket als Influencer ist mehr als „Reel plus drei Stories“. Ein gutes Paket verbindet mehrere Leistungen zu einem nachvollziehbaren Zweck: Aufmerksamkeit für einen Launch, Erklärung eines Produkts oder wiederholte Sichtbarkeit über einen Zeitraum. Erst danach entscheidest du, welche Formate dafür sinnvoll sind.
Wenn du andersherum startest und nur Formate zusammenzählst, entsteht schnell ein Paket, das weder für die Marke noch für deine eigene Kalkulation klar ist. In diesem Ratgeber baust du dein Angebot deshalb vom Kampagnenziel bis zur letzten Zusatzleistung auf.
Kooperationspaket Influencer: aus dem Kampagnenziel wird ein Leistungsumfang
Stell dir vor, eine Marke sagt: „Wir möchten im November mit dir zusammenarbeiten.“ Daraus lässt sich noch kein sinnvolles Paket bauen. Frag zuerst, was passieren soll.
Soll ein neues Produkt einmal sichtbar werden? Dann kann ein starker Hauptbeitrag mit ergänzenden Stories genügen.
Soll die Community das Produkt besser verstehen? Dann brauchst du vielleicht einen erklärenden Hauptcontent und eine spätere Fragerunde.
Soll die Marke über mehrere Wochen präsent sein? Dann ist eine zeitlich verteilte Kombination sinnvoller als alles an einem Tag zu veröffentlichen.
Erst nach dieser Entscheidung legst du fest, welche Formate du wirklich anbietest.
| Ziel | Mögliche Paketlogik | Warum sie zusammenpasst |
|---|---|---|
| Launch sichtbar machen | ein Reel + begleitende Stories am Veröffentlichungstag | Hauptcontent plus direkte Ergänzung |
| Produkt erklären | ein Reel + Stories mit Fragen aus der Community | Erklärung und Rückfragen werden getrennt |
| mehrere Kontaktpunkte schaffen | zwei Beiträge zu unterschiedlichen Zeitpunkten + Story-Erinnerung | Sichtbarkeit wird über den Zeitraum verteilt |
Das sind keine festen Branchenpakete. Es sind Beispiele dafür, wie du Leistungen an einen Zweck bindest.

Schreib das Paket so, dass keine Leistung erraten werden muss
Der Paketname darf kreativ sein. Der Leistungsumfang sollte nüchtern bleiben. Eine Marke muss aus deinem Angebot erkennen können, was sie tatsächlich bekommt.
Für ein Content-Paket notierst du mindestens:
- Plattform und Format: etwa Reel auf Instagram oder Video auf TikTok,
- Anzahl: wie viele Beiträge oder Story-Sequenzen,
- Produktion: was du selbst erstellst und schneidest,
- Korrekturen: wie viele vereinbarte Runden enthalten sind,
- Nutzungsumfang: ob die Marke deinen fertigen Content selbst verwenden möchte und für welchen Zeitraum,
- Zeitplan: wann Entwurf und Veröffentlichung vorgesehen sind,
- Extras: zum Beispiel zusätzliche Schnittvarianten oder Rohmaterial, falls überhaupt angeboten.
Gerade bei Korrekturen lohnt sich Klarheit. „Kleine Anpassungen inklusive“ ist schwer messbar. Besser ist eine konkrete Zahl vereinbarter Korrekturschleifen. Wie du zusätzliche Runden behandelst, erklärt Korrekturschleifen bei Influencer-Kooperationen.
Rechenbeispiel: vom eigenen Aufwand zum Paketpreis
Das folgende Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Es zeigt nur den Rechenweg.
Creatorin Elin Berg plant für die erfundene Marke Lunava ein Paket aus einem Reel und einer Story-Sequenz. Ihr eigener kalkulierter Stundensatz beträgt 60 €.
| Position | Aufwand oder Zuschlag | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|---|
| Idee, Dreh und Schnitt des Reels | 5 Stunden | 5 × 60 € | 300 € |
| Story-Konzept, Aufnahme und Veröffentlichung | 2 Stunden | 2 × 60 € | 120 € |
| Abstimmung und Organisation | 1 Stunde | 1 × 60 € | 60 € |
| zusätzlicher Nutzungsumfang für den vereinbarten Zeitraum | frei gewählter Zuschlag | – | 90 € |
| Paket gesamt | 300 € + 120 € + 60 € + 90 € | 570 € |
Der wichtige Schritt passiert vor der Addition: Elin hat jede Leistung einzeln bewertet. Der Paketpreis ist nicht aus dem Bauch entstanden und auch kein automatischer Rabatt.
Wenn du deinen eigenen Stundensatz noch nicht sauber hergeleitet hast, kannst du den geplanten Rechner Stundensatz berechnen dafür verwenden. Für die Gesamtlogik von Creator-Honoraren hilft außerdem Influencer-Preise kalkulieren.
Ein Paket muss nicht billiger sein als die Summe der Einzelteile
Viele Creator glauben, ein Paket müsse automatisch rabattiert sein. Das ist keine sinnvolle Grundregel. Ein Paket kann für die Marke angenehmer zu buchen sein, ohne dass deine Arbeit weniger wird.
Ein Preisnachlass ist nur dann logisch, wenn dein tatsächlicher Aufwand sinkt. Beispiel: Du drehst Reel und Stories am selben Set, nutzt dieselbe Vorbereitung und sparst dadurch Produktionszeit. Dann kannst du diesen Vorteil in deiner Kalkulation berücksichtigen.
Kein echter Vorteil entsteht dagegen, wenn die Marke mehr Formate, mehr Abstimmung und mehr Korrekturen möchte. Dann steigt dein Aufwand trotz Paketname.
Frag dich deshalb vor jedem Rabatt:
- Welche Arbeit fällt durch die Bündelung wirklich weg?
- Welche Arbeit kommt zusätzlich dazu?
- Muss ich mehrere Veröffentlichungen planen und nachhalten?
- Wird zusätzlicher Nutzungsumfang verlangt?
- Braucht die Marke Varianten oder Rohmaterial?
Erst danach änderst du den Preis.
Drei Paketlogiken für unterschiedliche Situationen
Das Launch-Paket
Ein Hauptbeitrag bringt die zentrale Geschichte, Stories ergänzen unmittelbar am selben Tag. Dieses Paket passt, wenn die Marke einen klaren Veröffentlichungsmoment hat und keine langfristige Serie braucht.
Das Erklär-Paket
Der Hauptcontent zeigt Anwendung oder Nutzen. Ein zweiter, kleinerer Inhalt beantwortet Fragen oder greift Reaktionen der Community auf. Hier entsteht Mehrwert durch zwei verschiedene Aufgaben, nicht durch bloße Wiederholung.
Das Präsenz-Paket
Mehrere Inhalte liegen bewusst auseinander. Der zweite Beitrag setzt einen anderen Schwerpunkt als der erste. So verkaufst du nicht „zweimal dasselbe“, sondern zwei eigenständige Kontaktpunkte.
Du musst diese Namen nicht übernehmen. Entscheidend ist, dass jedes Paket eine erkennbare Logik hat.
Vorlage: Pakettext für ein Angebot
Kooperationspaket „Launch“
Enthalten sind ein Reel auf Instagram sowie eine begleitende Story-Sequenz am Veröffentlichungstag. Ich übernehme Idee, Produktion, Schnitt und Veröffentlichung im abgestimmten Zeitraum.
Im Paket enthalten ist eine vereinbarte Korrekturschleife vor Veröffentlichung. Zusätzliche Varianten, Rohmaterial oder ein erweiterter Nutzungsumfang werden separat abgestimmt und angeboten.
Entwurf: [Datum]
Veröffentlichung: [Datum]
Honorar: [Betrag]
Der Text trennt Leistung, Ablauf und mögliche Extras. Er lässt offen, was später zusätzlich angeboten werden kann, ohne unklare Versprechen zu machen.
Was nicht stillschweigend im Paket verschwinden sollte
Ein Paket wird unprofitabel, wenn Extras erst nach der Zusage auftauchen. Achte besonders auf vier Punkte.
Zusätzliche Versionen: Ein neuer Einstieg oder eine andere Länge kann eine eigene Produktionsleistung sein.
Rohmaterial: Wenn eine Marke nicht nur den fertigen Beitrag, sondern alle Aufnahmen möchte, muss das vorher Teil des Angebots sein.
Weitere Korrekturen: Jede zusätzliche Runde kostet Zeit. Klär vorab, wie viele enthalten sind.
Nutzung durch die Marke: Kanal, Zeitraum und Art der Verwendung gehören in die Angebotsbeschreibung. Wie Anzeigen mit Creator-Inhalten organisatorisch geplant werden, erklärt Whitelisting für Influencer. Rechtliche Fragen zum Nutzungsumfang klärst du mit einer Kanzlei.
Mit Management: dein Paket wird zum konkreten Deal
Verhandelt dein Management das Paket und nutzt CreatorOffice, siehst du im Creator-Portal die für dich relevante Umsetzung:
- welche Leistungen im jeweiligen Monat hinterlegt sind,
- auf welcher Plattform du veröffentlichst,
- welcher Nutzungszeitraum vereinbart wurde,
- wann dein Content fällig ist,
- welches Briefing zur Kooperation gehört,
- wie viele Korrekturschleifen vereinbart wurden,
- welchen eigenen Anteil du siehst.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Mehr dazu steht auf Für Creator.
Häufige Fragen
Was gehört in ein Kooperationspaket für Influencer?
Mindestens Formate, Anzahl, Produktion, Korrekturen, Termine und der vereinbarte Nutzungsumfang. Extras wie Rohmaterial oder zusätzliche Varianten sollten nur enthalten sein, wenn sie ausdrücklich genannt sind.
Muss ein Paket günstiger sein als einzelne Leistungen?
Nein. Ein Paketpreis sollte aus deinem tatsächlichen Aufwand entstehen. Wenn die Bündelung Arbeit spart, kannst du das berücksichtigen; wenn sie zusätzliche Arbeit erzeugt, gibt es keinen automatischen Grund für einen Rabatt.
Wie viele Pakete sollte ich einer Marke anbieten?
So viele, wie echte unterschiedliche Lösungen sinnvoll machen. Zwei klar getrennte Optionen sind oft verständlicher als fünf Varianten, die sich nur in kleinen Details unterscheiden. Du kannst auch nur ein einziges passendes Paket anbieten.
Kann ich Reel und Stories immer zusammen anbieten?
Du kannst, musst aber nicht. Prüfe, ob beide Formate für das Ziel der Kampagne eine eigene Aufgabe erfüllen. Wenn die Stories nur angehängt werden, damit das Paket größer aussieht, bringen sie weder dir noch der Marke automatisch mehr Nutzen.
Wie kalkuliere ich Extras im Influencer-Paket?
Behandle Extras als eigene Leistung oder eigenen Zuschlag und schreib sie separat ins Angebot. So kannst du nachvollziehen, wie der Gesamtpreis entsteht, und musst später nicht darüber streiten, was angeblich schon enthalten war.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, wird aus einem verhandelten Paket ein klarer Deal mit Leistungen, Fristen, Briefing und deinem Anteil. Das hilft dir vor allem bei der Umsetzung, nicht bei der Erstellung deiner eigenen Preisliste.


