Eine Rate Card für Influencer ist die Preisliste eines Creators: Sie nennt je Format einen Basispreis, dazu Zuschläge für Nutzung, Exklusivität und Eile sowie die Leistung, die im Preis steckt. Marken sehen damit in einer Minute, was eine Zusammenarbeit ungefähr kostet. Du sparst dir bei jeder Anfrage die Frage „Was kostet das?“ und die Rechnerei im Kopf.
Eine Rate Card ist kein Preisschild für alle Fälle. Sie ist der Ausgangspunkt für Gespräche. Hier baust du sie Schritt für Schritt auf, mit einer Vorlage, einem Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen und Hinweisen, wie du sie aktuell hältst.
Was in eine Rate Card für Influencer gehört
Eine gute Rate Card passt auf eine Seite. Sie hat vier Teile.
- Formate und Basispreise: zum Beispiel Video, Foto-Beitrag, Story-Set, Monatsdeal.
- Was enthalten ist: Länge oder Anzahl, Schnitt, Zahl der Korrekturschleifen, Nutzung auf dem eigenen Profil der Creatorin.
- Zuschläge: alles, was über den Basisumfang hinausgeht.
- Gültigkeit: Datum des Stands und Hinweis, dass Preise je nach Umfang abweichen können.
Ohne den zweiten Teil führt jeder Preis zu Nachfragen. Ein Video kann 15 Sekunden oder drei Minuten lang sein, mit oder ohne Untertitel. Schreibe es hin.
Eine Rate Card Vorlage zum Kopieren
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise und ohne Steuern. Beispiel für Creatorin Elin Berg:
| Format | Enthalten | Basispreis |
|---|---|---|
| Video, bis 60 Sekunden | Schnitt, Untertitel, 2 Korrekturschleifen, Nutzung auf Elins Profil | 900 € |
| Story-Set mit 3 Stories | 2 Korrekturschleifen, Nutzung auf Elins Profil | 350 € |
| Foto-Beitrag | Bearbeitung, 1 Korrekturschleife | 500 € |
| Monatsdeal | 1 Video und 1 Story-Set je Monat, Laufzeit mindestens 3 Monate | 1.100 € je Monat |
| Zuschlag | Wert |
|---|---|
| Nutzung in Anzeigen, 6 Monate | + 30 % auf den Basispreis |
| Exklusivität in der Kategorie, 3 Monate | + 25 % auf den Basispreis |
| Eilauftrag unter 5 Werktagen | + 20 % auf den Basispreis |
| Rohmaterial | + 15 % auf den Basispreis |
| weitere Korrekturschleife | 60 € je Schleife |
Stand: Oktober 2026. Preise für größere Pakete auf Anfrage.
Zuschläge addieren, nicht multiplizieren
Die häufigste Rechenfrage: Wie kombinierst du mehrere Zuschläge? Die einfachste Regel lautet: Alle Zuschläge beziehen sich auf den Basispreis und werden addiert. Das ist leicht zu erklären und jeder rechnet es nach.
Eine Marke fragt bei Elin ein Video und ein Story-Set an, mit Nutzung in Anzeigen und drei Monaten Exklusivität:
- Basis: 900 € + 350 € = 1.250 €
- Nutzung in Anzeigen: 30 % von 1.250 € = 375 €
- Exklusivität: 25 % von 1.250 € = 312,50 €
- Angebot: 1.250 € + 375 € + 312,50 € = 1.937,50 €
Würdest du die Zuschläge stattdessen nacheinander aufschlagen, kämen 1.250 € × 1,30 × 1,25 = 2.031,25 € heraus, also 93,75 € mehr. Die Marke rechnet nach und fragt, woher die Differenz kommt. Mit der Addition hast du eine Antwort, die jeder nachvollzieht.

Geht die Agentur davon aus, dass sie eine Provision einbehält, trennst du zwei Dinge: den Preis, den die Marke zahlt, und den Anteil der Creatorin. Bei einer frei gewählten Provision von 20 % bleiben von 1.937,50 € für die Agentur 387,50 € und für Elin 1.550 €. Wie du Provisionen aufbaust, steht im Ratgeber Provision im Influencer-Management.
Preise je Format festlegen: drei Fragen
Eine Liste mit fremden Preisen hilft dir nicht, weil jede Creatorin anders arbeitet. Starte stattdessen mit drei Fragen:
- Was braucht die Creatorin im Monat? Rechne ihren Monatsbedarf aus Kooperationen aus. Teile ihn durch die Zahl der Beiträge, die sie im Monat schafft. Brauchen Elin und die Agentur zusammen 2.400 € und sie schafft drei Beiträge, liegt die Untergrenze bei 800 € je Beitrag.
- Wie viel Arbeit steckt im Format? Zähle Stunden für Idee, Dreh, Schnitt, Korrekturen und Abstimmung. Ein Format mit doppeltem Aufwand rechtfertigt mehr als den gleichen Preis.
- Wie reagieren Marken? Zähle in den letzten Anfragen: Wie oft stimmt eine Marke dem Preis ohne Rückfrage zu? Wenn alle Marken sofort zustimmen, ist der Preis vielleicht zu niedrig. Wenn kaum eine zustimmt, prüfe den Umfang.
Aus der Untergrenze und dem Basispreis ergibt sich der Spielraum. Bei 900 € Basis und 800 € Untergrenze sind es 100 € oder 11,1 %. Das ist die Zahl, mit der du in ein Gespräch gehst. Wie du das Gespräch mit der Marke führst, steht im Ratgeber Honorar verhandeln. Eine Orientierung für Reichweite und Preis gibt dir der Rechner zum TKP berechnen.
Pakete und Monatsdeals in der Rate Card
Wer mehrere Beiträge bucht, bekommt oft einen besseren Preis je Beitrag. Das ist sinnvoll, wenn die Marke dafür Planungssicherheit bietet. Rechne es offen vor:
- 3 Videos einzeln: 3 × 900 € = 2.700 €
- Paketpreis: 2.500 €
- Nachlass: 200 €, das sind rund 7,4 %
Bei einem Monatsdeal gilt dasselbe: Der Preis je Monat ist niedriger als die Summe der Einzelpreise, dafür bindet sich die Marke für mindestens drei Monate. Halte fest, was bei vorzeitigem Ende gilt. Die Formulierung klärst du mit deiner Kanzlei.
Die Rate Card pflegen
Eine Rate Card veraltet leise. Gib ihr deshalb ein Datum und setze dir Anlässe für die Prüfung:
- Kennzahlen ändern sich spürbar: Reichweite, Aufrufe oder Interaktion sind deutlich höher oder niedriger als beim letzten Stand.
- Auslastung: Sagt Elin dreimal hintereinander ja zu Anfragen und hat keine Luft mehr, ist der Preis eher zu niedrig.
- Neues Format: Wenn ein neues Format gefragt ist, ergänze es mit einem Basispreis.
- Jedes Quartal: Gehe die Liste kurz durch, auch wenn nichts passiert ist.
Verschicke keine zwei Fassungen gleichzeitig. Wenn der Stand wechselt, ersetzt die neue Fassung die alte. Halte bei laufenden Verhandlungen die Fassung fest, auf die sich das Angebot bezogen hat.
Rate Card zeigen oder nicht
Nicht jede Marke braucht die ganze Preisliste. Drei Wege:
- Im Media-Kit: Preise stehen auf Wunsch im Media-Kit. Das ist sinnvoll, wenn die Marke vergleichen will. Wie du ein Media-Kit aufbaust, steht im Ratgeber Media Kit erstellen.
- Auf Anfrage: Du schickst die Rate Card erst nach einem ersten Gespräch und zusammen mit einem Angebot.
- Nur als Angebot: Die Marke sieht den Gesamtpreis für ihre Anfrage, nicht die Preisliste.
Entscheide dich je Creatorin und halte sie einheitlich. Zeigst du Marken A die Liste und Marke B nicht, entstehen Fragen.
Typische Fehler bei der Rate Card
Der Preis steht ohne Leistung
„Video: 900 €“ sagt der Marke nichts. Wie lang? Mit wie vielen Korrekturen? Mit welcher Nutzung? Nenne zu jedem Preis, was enthalten ist.
Zuschläge fehlen
Dann verhandelt die Marke den Basispreis, und Nutzung oder Exklusivität werden nebenbei mitgenommen. Führe sie als eigene Zeile auf. Nutzungsrechte im Detail klärst du mit deiner Kanzlei.
Die Rate Card gilt für alle Creator gleich
Jeder Creator hat andere Kennzahlen, andere Formate und anderen Aufwand. Eine gemeinsame Liste mit einem Faktor ist nur eine Startrechnung.
Der Stand fehlt
Eine Rate Card ohne Datum erzeugt Diskussionen, weil niemand weiß, ob sie gilt. Schreibe „Stand: Monat Jahr“ darunter.
Die Untergrenze ist unbekannt
Wer nicht weiß, wo er nicht mehr zusagt, gibt im Gespräch zu schnell nach. Lege die Zahl vorher fest, mit der Creatorin.
So bildet CreatorOffice die Rate Card ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation: Was du einmal einträgst, übernimmt der nächste Schritt, vom Angebot bis zur Auszahlung. Rund um deine Preisliste sind diese Funktionen belegt:
- Media-Kits: je Creator mit Kurzprofil auf Deutsch und Englisch, Themen und Kennzahlen je Plattform mit Stand. Auf Wunsch zeigst du Preise und Referenzen. Referenzen zeigen keine Beträge oder Konditionen. Ab Tarif Team.
- Versand: als persönlicher, befristeter und jederzeit widerrufbarer Link. Die Marke öffnet ihn mit ihrer E-Mail-Adresse, und jeder Aufruf steht im Protokoll. Eine PDF-Datei direkt aus CreatorOffice gibt es nicht; du druckst die Seite oder sicherst sie im Browser als PDF.
- Pitch-Listen: bis zu 30 Creator in einer Liste. Ab Tarif Team.
- Angebote: als PDF in Fassungen, aus der Zusage wird die Kooperation. Ab Tarif Team.
- Kennzahlen: trägst du von Hand ein.
Was CreatorOffice nicht tut: Preise für dich festlegen oder Zuschläge ausrechnen. Die Preislogik bleibt bei dir. Mehr zum Bereich findest du auf der Seite CRM für Influencer-Agenturen. Was in welchem Tarif steckt, zeigen die Tarife.
Häufige Fragen
Was ist eine Rate Card?
Eine Rate Card ist eine Preisliste für Creator. Sie nennt je Format einen Basispreis, beschreibt die enthaltene Leistung und führt Zuschläge für Nutzung, Exklusivität oder Eile auf.
Was gehört in eine Rate Card?
Formate mit Basispreisen, die Leistung im Preis, Zuschläge, ein Datum und ein Hinweis auf Abweichungen. Die Untergrenze für Verhandlungen gehört nicht hinein.
Wie berechne ich Zuschläge in der Rate Card?
Als Prozentsatz vom Basispreis, addiert. Beispiel: Basis 1.250 €, plus 30 % und 25 % ergibt 1.250 € + 375 € + 312,50 € = 1.937,50 €.
Soll ich die Preise im Media-Kit zeigen?
Das hängt von der Marke und deiner Strategie ab. Preise im Media-Kit helfen beim Vergleich, schränken aber deinen Spielraum im Gespräch ein. Zeige sie, wenn sie für die meisten Anfragen passen.
Wie oft aktualisiere ich die Rate Card?
Mindestens einmal im Quartal und immer, wenn sich Kennzahlen oder Auslastung deutlich ändern. Gib ihr ein Datum und ersetze alte Fassungen vollständig.
Welche Funktionen in CreatorOffice helfen bei der Preisliste?
Media-Kits mit Preisen auf Wunsch, Pitch-Listen mit bis zu 30 Creatorn und Angebote als PDF in Fassungen, jeweils ab Tarif Team. Die Preise legst du selbst fest.
CreatorOffice kostenlos testen
Lege das Media-Kit einer Creatorin an und baue ein Angebot aus deiner Rate Card. Teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos im Tarif deiner Wahl.


