Du musst keinen UGC-Account erstellen, um UGC zu verkaufen. Marken buchen Dateien, nicht dein Profil. Ein eigenes Arbeitsprofil lohnt sich trotzdem, wenn es eine Aufgabe hat: Es zeigt in wenigen Sekunden, was du für welche Produkte machst, und führt Marken zu einem festen Kontakt.
Hier entscheidest du zuerst, ob du ein Arbeitsprofil brauchst oder dein privates Profil reicht. Dann baust du die Bio, wählst Arbeitsproben, verbindest alles mit Portfolio-Link und Kontaktadresse und hältst den Aufwand klein. Eine Vorlage für die Bio und eine Antwort auf Direktnachrichten sind dabei.
UGC-Account erstellen oder privates Profil nutzen?
Beide Wege funktionieren. Entscheidend ist, wie viel du von deinem Privatleben neben deinen Arbeitsproben zeigen willst.
| Eigenes Arbeitsprofil | Privates Profil | |
|---|---|---|
| Aufbau | Neues Profil, nur Arbeitsproben | Du nutzt, was schon da ist |
| Privates | bleibt außen vor | steht neben den Proben |
| Pflege | du musst ein zweites Profil im Blick behalten | nur ein Profil |
| Eindruck bei Marken | klar: hier arbeitet jemand für Marken | gemischt, je nach Inhalt |
| Anfragen | ein fester Platz dafür | landen zwischen privaten Nachrichten |
Diese Regel hilft dir bei der Entscheidung: Wenn dein privates Profil Fotos von dir, Familie oder Freunden enthält, die Marken nicht sehen sollen, leg ein Arbeitsprofil an. Wenn es ohnehin nur Themen zeigt, die zu deinem Angebot passen, reicht es oft, die besten Proben nach oben zu holen.
Ob Instagram, TikTok oder beide, ist keine Grundsatzfrage. Nimm den Kanal, auf dem du Videos zeigen kannst, die du ohnehin drehst, und auf dem du Nachrichten zuverlässig siehst. Die aktuellen Regeln der Plattform prüfst du selbst.
Die Bio als Kurzangebot
Die Bio ist der erste Satz, den eine Marke von dir liest. Sie beantwortet drei Fragen und sonst nichts:
- Was machst du? „UGC-Videos mit Hook-Versionen“ ist genauer als „Content Creator“.
- Für welche Produkte? Nenn einen oder zwei Bereiche, zum Beispiel Küche, Wohnen oder Schreibwaren.
- Wie erreichen Marken dich? Ein Satz wie „Anfragen über den Link“.
Vorlage:
[Was du lieferst] für [Produktbereich] [Ein Zusatz, der dich unterscheidet, etwa „Lieferung in 7 Werktagen“] Anfragen: Link unten
Beispiele von Elin Berg:
| Wenn du … | könnte die Bio lauten |
|---|---|
| Haushaltsprodukte zeigst | UGC-Videos für Küche und Haushalt · 3 Hook-Versionen im Paket · Anfragen über den Link |
| Schreibwaren und Papier zeigst | UGC für Papier und Schreibwaren · Videos und Fotos · Portfolio und Kontakt im Link |
| Pflanzenzubehör zeigst | UGC-Creatorin für Garten und Balkon · kurze Videos mit Voiceover · Anfragen über den Link |
Lass Wörter weg, die nichts über dein Angebot sagen, etwa „Leidenschaft“ oder „Kreativität“. Marken suchen eine Antwort auf „Kann sie mein Produkt so zeigen, dass es verkauft?“. Den Rest zeigen deine Proben.
Arbeitsproben auswählen und gebündelt zeigen
Marken scrollen schnell. Drei bis sechs Arbeitsproben, die zusammen ein Bild ergeben, wirken stärker als dreißig, die zufällig nebeneinanderstehen.
So wählst du aus:
- Pro Produktbereich eine starke Probe. Wer Küche anbietet, zeigt Küche, nicht auch noch ein Reisevideo.
- Verschiedene Einstiege. Ein Hook ist der Anfang des Videos, die ersten Sekunden. Zeig zwei Videos mit unterschiedlichen Hooks für dasselbe Produkt, dann sehen Marken, dass du Varianten kannst.
- Ein Video mit Gesicht, eins mit Händen und Produkt. Das zeigt, wie viele Formate du abdeckst.
- Keine Aufrufzahlen im Vordergrund. Bei UGC kauft die Marke deine Datei, nicht dein Publikum. Zahlen unter den Videos lenken ab.
Ordne die Beiträge nach Produktbereich, nicht nach Datum. Wenn die Plattform es anbietet, holst du die besten Proben an den Anfang deines Profils. Wie du ein ganzes Portfolio aufbaust, steht im Ratgeber UGC-Portfolio erstellen. Fehlen dir Proben, drehst du sie ohne Auftrag, wie UGC-Beispielvideos drehen zeigt.

Portfolio-Link und feste Kontaktadresse
Im Profil klicken Marken meist genau eine Sache an: den Link. Er sollte zu deinem Portfolio führen, mit Arbeitsproben und einem Weg zur Anfrage. Dazu gehört eine feste Kontaktadresse, die du nur für Aufträge nutzt, am besten eine eigene E-Mail-Adresse.
So finden Marken alles an einem Ort. Das hat drei Vorteile:
- Anfragen kommen an einem Ort an, den du täglich prüfst.
- Alles Schriftliche zu einem Auftrag liegt später an einer Stelle.
- Du wirkst für Marken verlässlich, weil du immer unter derselben Adresse antwortest.
Trotzdem schreiben viele Marken zuerst eine Direktnachricht. Antworte kurz und lenk auf die Adresse um:
Vorlage: Antwort auf eine Direktnachricht
Hallo [Name], danke für deine Nachricht und das Interesse an UGC! Damit nichts verloren geht, schick mir bitte Briefing, Produkt, geplante Nutzung und Termin kurz an [Adresse]. Ich melde mich dort innerhalb von [Zahl] Werktagen mit einem Angebot.
Der Satz „geplante Nutzung“ ist wichtig. Er zeigt der Marke gleich, dass der Nutzungsumfang Teil deines Angebots ist.
Auch ein berufliches Profil kann Marken auf dich aufmerksam machen, wie der Ratgeber LinkedIn für UGC-Creator zeigt. Muss dein Profil ein Impressum haben? Das klärst du mit einer Kanzlei.
Pflegeaufwand begrenzen: eine feste Zeit pro Woche
Ein Arbeitsprofil darf klein bleiben. Du musst nicht täglich posten, um Aufträge zu bekommen. Marken sehen sich Proben an, und aktuelle Beiträge sind dafür nicht nötig.
Eine feste Pflegezeit von rund 30 Minuten pro Woche reicht:
Was nicht ins Profil gehört
Manches verwirrt Marken oder erzeugt Rückfragen, die du nicht beantworten willst:
- Eine öffentliche Preisliste. Dein Preis hängt von Menge, Nutzung und Lieferzeit ab. Du nennst ihn im Angebot, nicht im Profil.
- Mehrere Angebote in einer Bio. Wer Küche, Mode und Technik gleichzeitig anbietet, wirkt unentschieden.
- Versprechen zu Ergebnissen. Du lieferst Videos, keine Verkaufszahlen.
- Rohmaterial anderer Marken. Zeig nur Arbeiten, die du zeigen darfst. Frag im Zweifel die Marke.
Mit Management: Absprachen im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, brauchst du dein Profil vor allem zum Zeigen deiner Proben. Die Absprachen zu gebuchten Deals laufen im Creator-Portal am Handy:
- Nachrichten: Chat mit dem Team, direkt an der Kooperation.
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe.
- Kalender: Fristen und Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail.
- Content hochladen: Das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Brauche ich einen eigenen UGC-Account?
Nein. Marken kaufen Dateien, kein Profil. Ein eigenes Arbeitsprofil lohnt sich, wenn du Aufträge von Privatem trennen willst oder dein bisheriges Profil nicht zu deinem Angebot passt. Sonst reicht ein aufgeräumtes Profil mit Portfolio-Link.
Was gehört in die Bio eines UGC-Creators?
Drei Dinge: was du lieferst, für welche Produktbereiche und wie Marken dich erreichen. Ein Satz zur Lieferung oder zu den Paketen kann dazukommen. Alles Allgemeine wie „kreativ“ oder „leidenschaftlich“ lässt du weg.
Instagram oder TikTok: auf welchem Kanal sollte mein Profil sein?
Auf dem, auf dem du die Videos zeigen kannst, die du ohnehin drehst, und auf dem du Nachrichten zuverlässig siehst. Beide zu pflegen ist möglich, aber mehr Aufwand. Prüf die aktuellen Regeln der Plattform.
Muss ich regelmäßig posten, damit Marken mich buchen?
Nein. Marken schauen sich Arbeitsproben an. Wichtiger als häufige Beiträge sind eine klare Bio, gute Proben und ein Kontakt, der funktioniert. Eine feste Pflegezeit pro Woche reicht.
Wie verhindere ich, dass Anfragen in Direktnachrichten untergehen?
Setz einen Portfolio-Link mit Kontaktweg in die Bio und nutze eine feste Adresse nur für Aufträge. Antworte auf Direktnachrichten kurz und bitte um das Briefing an diese Adresse. So liegt alles Schriftliche an einer Stelle.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, laufen Deals, Fristen und Nachrichten im Creator-Portal und nicht in privaten Direktnachrichten. Dein Profil bleibt dein Schaufenster, die Zusammenarbeit läuft an der Kooperation.


