Ein UGC-Nachdreh gehört ins Paket, wenn dein Video vom Briefing oder vom freigegebenen Skript abweicht. Er ist ein neuer, bezahlter Auftrag, wenn die Marke nach der Freigabe etwas anderes will. Der Unterschied zur Korrektur: Eine Korrektur ändert vorhandenes Material, etwa Schnitt oder Text. Ein Nachdreh braucht neue Aufnahmen.
Du entscheidest in zwei Fragen, welcher Fall vorliegt, sortierst die Ursachen, regelst den Nachdreh im Angebot und rechnest ihn durch. Für das Gespräch mit einer Marke, die einen kostenlosen Nachdreh erwartet, bekommst du eine Vorlage.
Korrektur oder UGC-Nachdreh: zwei Fragen entscheiden
Die Marke schreibt: „Das Video gefällt uns noch nicht so ganz, kannst du es neu machen?“ Bevor du antwortest, prüfst du zwei Fragen in dieser Reihenfolge:
- Lässt sich der Wunsch ohne neue Aufnahmen umsetzen? Dann ist es eine Korrektur. Sie zählt als Korrekturrunde im Paket.
- Steht das, was die Marke jetzt will, im Briefing oder im freigegebenen Skript? Ja: Du bist abgewichen, der Nachdreh gehört ins Paket. Nein: Die Marke hat nach der Freigabe etwas anderes gewünscht, und der Nachdreh ist ein Zusatzauftrag mit eigenem Preis.

Ein Beispiel für jede Antwort, aus Avas Auftrag für die Marke Velune, die Schreibtischlampen verkauft:
| Wunsch der Marke | Fall | Warum |
|---|---|---|
| Untertitel anders schreiben | Korrektur | nur Text, keine neuen Aufnahmen |
| Schnitt straffen, Musik tauschen | Korrektur | vorhandenes Material |
| Ava hat die Lampe nicht eingeschaltet gezeigt, obwohl das Skript es verlangt | Nachdreh im Paket | Abweichung vom freigegebenen Skript |
| Die Marke will jetzt die Lampe im Dunkeln zeigen, im Skript war Tageslicht | Zusatzauftrag | Änderung nach der Freigabe |
| Die Marke schickt eine neue Lampenversion und will alles neu | neuer Auftrag | anderes Produkt |
Ursachen sortieren: vier Fälle, vier Antworten
Hinter einem Nachdrehwunsch steckt meist eine von vier Ursachen. Je nach Ursache ändert sich, wer die Arbeit trägt:
| Ursache | Beispiel | Wer trägt den Aufwand |
|---|---|---|
| Eigener Fehler | Ton rauscht, Bild unscharf, Briefing überlesen | du, im Paket |
| Geänderte Wünsche | andere Szene, anderer Ort, neuer Text | Marke, als Zusatzauftrag |
| Neues Produkt | Verpackung oder Modell geändert | Marke, als neuer Auftrag |
| Technisches Problem | Datei defekt, Upload verloren | kommt auf die Ursache an: bei dir im Paket, bei der Marke abgesprochen |
Sei bei deinen eigenen Fehlern fair. Wer einen Fehler zugibt und einmal kostenlos neu dreht, behält die Marke als Kundin. Bei geänderten Wünschen bleibst du genauso ruhig, aber klar.
Den Nachdreh im Angebot regeln
Am leichtesten ist ein Nachdrehwunsch zu klären, wenn schon im Angebot steht, was gilt. Drei Sätze genügen:
Enthalten: [Zahl] Korrekturrunden an vorhandenem Material. Weicht das gelieferte Video vom freigegebenen Skript oder Briefing ab, drehe ich einmal ohne Aufpreis nach. Änderungen nach der Skript-Freigabe, etwa andere Szenen, Orte oder Produkte, sind ein Zusatzauftrag mit eigenem Angebot.
Damit das Wort „freigegebenes Skript“ trägt, brauchst du eine echte Freigabe. Wie du sie einholst, zeigt der Ratgeber UGC-Skript-Freigabe. Eine Freigabe in einem Satz („Passt so, drehe los“) reicht, aber sie sollte schriftlich sein.
Rechenweg für einen Nachdreh
Ein Nachdreh ist kein „mal eben“. Du baust auf, drehst, schneidest und lieferst neu. Setz den Aufwand neu an.
Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Ava Brandt rechnet mit 40 € je Stunde. Die Marke wünscht einen Nachdreh des ganzen Videos, weil die Lampe im Dunkeln gezeigt werden soll:
| Arbeitsschritt | Stunden |
|---|---|
| Aufbau und Licht | 1 |
| Neu drehen | 1 |
| Schnitt | 1,5 |
| Export, Benennung, Upload | 0,5 |
| Summe | 4 |
4 Stunden × 40 € = 160 €. Wünscht die Marke nur zwei neue Nahaufnahmen, sieht die Rechnung so aus: je 0,5 Stunden für Aufbau, Dreh, Schnitt und Export, zusammen 2 Stunden × 40 € = 80 €.
Die Nutzung bleibt wie vereinbart, wenn die neue Fassung die alte ersetzt. Ein Aufschlag kommt nur dazu, wenn die Marke zusätzlich Nutzung wünscht.
Zwei Punkte klärst du vor dem Preis:
- Produkt noch vorhanden? Wenn ja, brauchst du nichts. Ist es verbraucht oder beschädigt, lässt du ein neues schicken. Die Versandkosten trägt dann nicht automatisch du.
- Frist: Nenn einen neuen Termin und frag, ob er reicht. Ein Nachdreh verschiebt die Lieferung.
Prüfe deine Summe im Rechner UGC-Vergütung berechnen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Wenn die Marke einen kostenlosen Nachdreh erwartet
Das passiert ruhiger, als du vielleicht fürchtest, wenn du so vorgehst:
- Hör zu, was die Marke eigentlich will. Oft reicht eine Korrektur oder ein kleiner Teil-Nachdreh.
- Zeig, was vereinbart war. Briefing, Skript-Freigabe und Angebot als Grundlage, ohne Vorwurf.
- Ordne den Wunsch ein. Eigener Fehler oder Änderung nach der Freigabe?
- Nenn eine Lösung mit Preis und Termin. Biete im Zweifel zwei Wege an: kleiner Nachdreh oder kompletter Neudreh.
- Bestätige schriftlich, bevor du neu drehst.
Vorlage: Antwort auf den Wunsch nach einem kostenlosen Nachdreh
Hallo [Name], danke für das Feedback. Ich habe noch einmal in das freigegebene Skript vom [Datum] geschaut: Dort war [Szene / Ort / Produktansicht] so abgestimmt, wie ich es gedreht habe. Die neue Idee ist eine Änderung nach der Freigabe. Dafür mache ich euch gern ein Zusatzangebot: Ein Nachdreh der Szenen [Szenen] kostet [Betrag], Lieferung bis [Datum]. Wenn ihr lieber nur [kleinere Änderung] möchtet, geht das als Korrektur im Paket. Was ist euch lieber?
War es dagegen dein Fehler, schreib es klar und freundlich:
Hallo [Name], das habe ich übersehen, und das tut mir leid. Ich drehe die Szene [Szene] noch einmal und liefere bis [Datum]. Das ist für euch ohne Aufpreis.
Ansprüche bei Mängeln klärst du mit einer Kanzlei.
Mit Agentur: Absprachen und Fristen im Creator-Portal
Nutzt deine Agentur CreatorOffice, hast du alles zum Nachdreh am Handy:
- Chat: Du stimmst den Nachdreh direkt an der Kooperation ab.
- Deal im Detail: Umfang, Plattform und Termin der Content-Abgabe. Ein neuer Termin steht dann am Deal.
- Kalender: Fristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail.
- Content hochladen: Das Team gibt die neue Fassung frei oder fordert eine Korrektur an. CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator. Wie Korrekturrunden im Paket festgelegt werden, steht im Ratgeber UGC-Korrekturen.
Häufige Fragen
Ist ein Nachdreh im UGC-Preis enthalten?
Das legst du im Angebot fest. Eine faire Regel lautet: Weicht dein Video vom freigegebenen Skript oder Briefing ab, drehst du einmal kostenlos nach. Ändert die Marke nach der Freigabe etwas, ist der Nachdreh ein Zusatzauftrag mit eigenem Preis.
Was ist der Unterschied zwischen Korrektur und Nachdreh?
Eine Korrektur ändert vorhandenes Material, zum Beispiel Schnitt, Untertitel oder Musik. Ein Nachdreh braucht neue Aufnahmen. Korrekturen zählen als Korrekturrunden im Paket, ein Nachdreh wird nach Ursache entschieden.
Was kostet ein UGC-Nachdreh?
Das hängt von deinem Aufwand ab. Rechne Aufbau, Dreh, Schnitt und Export in Stunden und multipliziere mit deinem Stundensatz. Dreht ihr nur einzelne Szenen neu, ist der Aufwand kleiner als bei einem kompletten Neudreh.
Muss ich nachdrehen, wenn die Marke das Produkt wechselt?
Nein, nicht im Rahmen des alten Auftrags. Ein anderes Produkt oder Modell ist ein neuer Auftrag mit neuem Angebot. Frag nach dem neuen Briefing, plane den Dreh und rechne ihn getrennt ab.
Was tue ich, wenn der Nachdreh mein eigener Fehler ist?
Gib den Fehler zu, drehe einmal kostenlos nach und nenn einen klaren Termin. Das kostet dich Zeit, erhält aber das Vertrauen der Marke. Prüfe künftig vor dem Upload jeden Punkt des Briefings.
CreatorOffice für Creator
Wenn deine Agentur CreatorOffice nutzt, laufen Absprachen zu einem Nachdreh, neue Fristen und die neue Fassung im Creator-Portal an derselben Kooperation. So verlierst du keine Nachricht und keinen Termin aus dem Blick.


