Akquise für Influencer-Agenturen heißt: Du sprichst Marken an, die zu deinen Creatorn passen, bevor sie bei dir anfragen. Das gelingt mit einer kurzen Liste von Zielmarken, einer persönlichen Erstnachricht, festem Nachfassen und einem Gespräch, das mit einem Vorschlag endet.
Viele Agenturen leben von Anfragen und merken erst bei einer Flaute, dass sie von sich aus keine Marke angesprochen haben. Hier findest du einen Ablauf, den du neben dem Tagesgeschäft schaffst: mit Auswahlkriterien, Vorlagen für Erstkontakt und Nachfassen, einem Rechenbeispiel und einer Wochenroutine.
Akquise für Influencer-Agenturen beginnt mit der Zielmarken-Liste
Ohne Liste wird Akquise zum Zufall. Lege fest, wen du ansprichst, und schreibe die Kriterien auf. Gehe dabei von deinen Creatorn aus, nicht von der Marke.
| Kriterium | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Passung | Würde die Marke zu den Themen und der Zielgruppe eines deiner Creator passen? | Elin Berg schreibt über Reisen mit dem Zug, die Marke Avorae verkauft Gepäck |
| Anlass | Gibt es einen Grund, jetzt zu schreiben? | neue Kollektion, Saisonstart, Jubiläum |
| Ansprechperson | Weißt du, wer Kooperationen verantwortet? | Marketing-Leitung oder Partnerschaften |
| Vorerfahrung | Hat die Marke schon mit Creatorn gearbeitet? | sichtbar auf ihren Kanälen |
| Budgetsignal | Passt der Aufwand der Marke zu deinen Preisen? | regelmäßige Kampagnen statt Einzelaktion |
Eine Marke mit drei klaren Treffern kommt auf die Liste. Eine mit nur einem nicht. Halte die Liste klein: 20 bis 30 Marken genügen für die ersten Wochen.
Woher du Marken kennst, ohne zu raten
Gute Quellen hast du schon:
- Creator selbst: Frag, welche Marken sie nutzen und gern empfehlen würden. Das ist ein ehrlicher Anlass zu schreiben.
- Frühere Anfragen: Marken, denen du abgesagt hast, weil Budget oder Zeitraum nicht passten, sind vorbereitete Kontakte.
- Bestehende Marken: Eine Marke kennt andere im Umfeld und empfiehlt dich weiter, wenn die Kooperation gut lief.
- Aktuelle Kampagnen: Wer gerade mit Creatorn arbeitet, ist offen für das Thema.
Nimm pro Marke eine Zeile in die Liste auf: Name, Ansprechperson, Anlass, passender Creator, nächster Schritt mit Datum. Das ist deine kleine Pipeline für die aktive Ansprache. Wie du Anfragen danach sortierst, zeigt der Ratgeber Sales Pipeline Agentur.
Die Erstnachricht: kurz, persönlich, mit Vorschlag
Die erste Nachricht hat ein Ziel: ein Gespräch von 15 Minuten. Alles darüber hinaus schreckt ab. Gute Erstnachrichten haben vier Teile: ein Satz Bezug zur Marke, ein Satz Bezug zum Creator, ein konkreter Vorschlag, eine einfache Frage.
Betreff: Idee für die Herbstkollektion: Elin Berg und Avorae
Guten Tag Herr Lindqvist, ich habe Ihre neue Gepäckserie gesehen und sofort an Elin Berg gedacht. Sie schreibt über Reisen mit dem Zug und erreicht damit Leute, die genau solche Taschen suchen. Mein Vorschlag: ein Video zur Serie, drei Stories zum Packen vor einer Zugreise. Das Media-Kit schicke ich Ihnen gern. Hätten Sie nächste Woche 15 Minuten für ein kurzes Telefonat? Beste Grüße, Alex Nord, Studio Nordlicht
Nicht in die erste Nachricht gehören: Preise, lange Listen von Creatorn, Anhänge mit mehreren Megabyte. Wer mehr wissen will, fragt. Wie ein Media-Kit aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber Media Kit erstellen.
Rechtliche Fragen zur Ansprache von Firmen, etwa zu Werbe-Mails, klärst du mit deiner Kanzlei, bevor du loslegst.
Nachfassen: Rhythmus und Formulierung
Eine Nachricht reicht selten. Viele Marken antworten nicht aus Desinteresse nicht, sondern weil die Mail im Alltag untergeht. Ein fester Rhythmus hilft:
- Erste Nachricht am Tag 0.
- Zweite Nachricht nach fünf Werktagen mit neuem Anlass, etwa einem Beispiel aus der Arbeit des Creators.
- Dritte Nachricht nach weiteren zehn Werktagen, kurz, mit einer Frage: „Ist das Thema grundsätzlich interessant, oder soll ich mich später melden?“
- Danach legst du die Marke mit Datum zur Wiedervorlage in drei Monaten ab.
Die Tage sind ein Vorschlag, keine Regel. Wichtig ist, dass jede Nachricht etwas Neues bringt: ein Beispiel, eine Idee, einen freien Zeitraum. „Ich wollte nur nachfragen“ ist keine Nachricht.
Das Erstgespräch: fünf Fragen und ein Vorschlag
Im ersten Gespräch hörst du mehr zu, als du sprichst. Fünf Fragen reichen:
- Welche Ziele hat die Marke in den nächsten drei Monaten?
- Hat sie schon mit Creatorn gearbeitet, und was hat funktioniert?
- Welche Zielgruppe will sie erreichen?
- Welchen Rahmen hat sie für Budget und Zeitraum?
- Wer entscheidet, und bis wann?
Am Ende steht ein Vorschlag mit Termin: „Ich schicke Ihnen bis Freitag ein Angebot mit zwei Varianten.“ Halte danach alles in einer Notiz fest, damit auch ein Kollege im Bilde ist.
Rechenbeispiel: was 60 Erstnachrichten bringen
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktwerte und ohne Steuern. Studio Nordlicht schreibt in einem Quartal 60 Marken an:
- 60 Erstnachrichten, jede mit etwa 10 Minuten Vorbereitung
- 15 Antworten
- 6 Gespräche mit je einer Stunde Aufwand
- 4 Angebote mit je anderthalb Stunden Aufwand
- 2 Zusagen mit zusammen 5.000 € Budget (3.000 € und 2.000 €)
| Schritt | Rechnung | Quote |
|---|---|---|
| Nachricht zu Antwort | 15 von 60 | 25,0 % |
| Antwort zu Gespräch | 6 von 15 | 40,0 % |
| Gespräch zu Angebot | 4 von 6 | 66,7 % |
| Angebot zu Zusage | 2 von 4 | 50,0 % |
| Nachricht zu Zusage | 2 von 60 | 3,3 % |

Aufwand: 60 × 10 Minuten = 10 Stunden, 6 × 1 Stunde = 6 Stunden, 4 × 1,5 Stunden = 6 Stunden, zusammen 22 Stunden. Bei 20 % Provision auf 5.000 € bleiben der Agentur 1.000 €, also rund 45 € je eingesetzter Stunde. Das ist ein Beispiel für den Rechenweg, kein Maßstab.
Was lernst du daraus? Die größte Hürde liegt bei der Antwort. Hier wirken bessere Betreffzeilen, mehr Bezug zur Marke und Nachfassen mehr als noch mehr Nachrichten. Mehr Aufwand in die Gespräche zu stecken, bringt wenig, wenn die Marke gar nicht erst antwortet.
Typische Fehler in der Akquise
Massenmails an alle
Eine Nachricht, die an fünfzig Marken gleich geht, liest sich so. Besser sind zehn Nachrichten mit echtem Bezug.
Zu früh über Preise reden
Wer im ersten Satz Honorare nennt, wird verglichen, bevor die Idee zählt. Preise kommen mit dem Angebot, nicht mit der Erstnachricht.
Kein Plan fürs Nachfassen
Ohne Termin im Kalender passiert es nicht. Trage Nachfasstermine sofort ein.
Akquise nur bei Flaute
Wer nur anspricht, wenn Aufträge fehlen, startet jedes Mal bei null. Plane zwei feste Stunden pro Woche ein, auch wenn es gut läuft.
Zusagen enden im Postfach
Nach der Zusage fehlen Kooperation, Fristen und Rechnung. Lege sie am selben Tag an. Den weiteren Weg zeigt der Ratgeber zum Influencer Management Ablauf.
Die Wochenroutine: zwei Stunden Akquise
Zwei Stunden pro Woche ergeben im Quartal rund 60 Erstnachrichten, genau die Menge aus dem Rechenbeispiel.
Wann eine Tabelle genügt
Für die ersten dreißig Marken genügt eine gemeinsame Tabelle mit den Spalten Marke, Ansprechperson, Anlass, Creator, Stufe, nächster Schritt. Sie wird eng, wenn mehrere Personen anschreiben und niemand weiß, wer wen schon kontaktiert hat, oder wenn Angebote in Fassungen kursieren. Dann lohnt sich ein System, in dem Marke, Anfrage, Angebot und Kooperation zusammenhängen.
So bildet CreatorOffice die Akquise ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation: Was du bei der Anfrage einträgst, übernimmt der nächste Schritt. Für die Akquise sind diese Funktionen belegt:
- Marken mit Ansprechpersonen und Zuständigkeit: etwa für Rechnung, Vertrag, Briefing, Freigabe. In jedem Tarif.
- Anfragen mit Budget, Zeitraum und Stand bis zur Zusage, mit Hinweis bei Überschneidung von Exklusivität. Ab Tarif Team.
- Angebote als PDF in Fassungen. Ab Tarif Team.
- Media-Kits je Creator mit Kurzprofil auf Deutsch und Englisch, Themen und Kennzahlen mit Stand. Ab Tarif Team.
- Pitch-Listen mit bis zu 30 Creatorn, verschickt als persönlicher, befristeter und jederzeit widerrufbarer Link. Die Marke öffnet ihn mit ihrer E-Mail-Adresse, jeder Aufruf steht im Protokoll. Ab Tarif Team.
- Von der Zusage zur Kooperation: Aus der Zusage wird die Kooperation.
Wen du ansprichst, was du schreibst und wann du nachfasst, bestimmst du selbst. Mehr zum Bereich steht auf der Seite CRM für Influencer-Agenturen. Welche Funktion in welchem Tarif steckt, zeigen die Tarife.
Häufige Fragen
Wie gewinne ich als Influencer-Agentur neue Marken?
Lege eine kurze Liste von Zielmarken fest, die zu deinen Creatorn passen. Schreibe persönlich an die zuständige Ansprechperson, mache einen konkreten Vorschlag, fasse nach und führe ein kurzes Gespräch. Rechne den Trichter, um zu sehen, wo du verlierst.
Was schreibe ich in die erste Nachricht an eine Marke?
Vier Dinge: ein Satz zur Marke, ein Satz zum passenden Creator, ein konkreter Vorschlag und die Frage nach einem Gespräch von 15 Minuten. Preise und lange Anhänge kommen später.
Wie oft darf ich nachfassen?
Zwei bis drei Mal sind ein sinnvoller Rahmen, wenn jede Nachricht etwas Neues bringt. Danach legst du die Marke mit Datum zur Wiedervorlage ab. Wie du Firmen ansprechen darfst, klärst du mit deiner Kanzlei.
Wie viele Marken sollte ich pro Woche ansprechen?
Das hängt von deiner Zeit ab. Fünf gut vorbereitete Nachrichten pro Woche sind besser als zwanzig beliebige. Zähle nach einem Quartal deine Antworten und rechne den Trichter.
Brauche ich dafür ein Media-Kit?
Ja, ein kurzes. Es zeigt Themen, Zielgruppe und Kennzahlen des Creators. Schicke es nach der Antwort der Marke, nicht mit der Erstnachricht.
Reicht eine Tabelle für die Akquise?
Für die ersten Marken ja. Sie wird eng, wenn mehrere Personen anschreiben, Angebote in Fassungen kursieren oder niemand mehr sieht, wer wen kontaktiert hat.
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