Die Agenturgebühr im Influencer-Marketing ist die Vergütung, die eine Agentur für ihre eigene Leistung bekommt: Konzept, Koordination, Freigaben, Abrechnung. Sie kann als Aufschlag zum Honorar des Creators laufen, als Anteil am Honorar (dann heißt sie meist Provision) oder als Mischung aus beidem.
Welches Modell passt, hängt davon ab, für wen du arbeitest und was du lieferst. Dieser Artikel vergleicht drei Modelle an derselben Kampagne, zeigt, wie du die Gebühr im Angebot benennst, und gibt dir Antworten auf typische Einwände von Marken.
Agenturgebühr im Influencer-Marketing: drei Modelle im Vergleich
Alle drei Modelle können dieselbe Summe für die Agentur ergeben. Sie unterscheiden sich darin, wer sie zahlt und wie sie aussieht.
| Modell | So funktioniert es | Wer trägt die Gebühr | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|
| Aufschlag (Agency Fee) | Die Marke zahlt Honorar des Creators plus Gebühr der Agentur | die Marke | die Marke deine Auftraggeberin ist und du Konzept und Steuerung lieferst |
| Provision | Die Agentur behält einen Anteil vom Honorar | der Creator, über seinen Anteil | du ein Creator-Management bist und der Creator dein Auftraggeber |
| Mischform | Ein kleiner Aufschlag plus eine kleinere Provision | beide | beide Seiten Leistung von dir erhalten |
Die Begriffe werden in der Praxis nicht sauber getrennt. Manche sagen Provision und meinen einen Aufschlag. Lege in jedem Angebot fest, was gemeint ist, sonst reden Marke und Creator aneinander vorbei.
Aufschlag: Gebühr zusätzlich zum Honorar
Die Marke zahlt das Honorar, das der Creator bekommt, und obendrauf deine Gebühr. Der Creator sieht sein volles Honorar. Für die Marke steigt der Gesamtpreis. Das Modell passt zu Kampagnen, bei denen du für die Marke arbeitest: Du wählst Creator aus, schreibst das Briefing, steuerst Freigaben und rechnest ab.
Provision: Anteil am Honorar
Das vereinbarte Honorar bleibt gleich. Die Agentur behält davon einen Anteil, der Rest geht an den Creator. Das ist der klassische Weg im Talent-Management, wo die Agentur für den Creator arbeitet. Wie Provisionen aufgebaut sein können, beschreibt der Ratgeber Provision Influencer Management.
Mischform: beide beteiligen
Ein Teil als Aufschlag, ein Teil als Provision. Die Marke zahlt etwas mehr, der Creator gibt etwas ab. Das sieht fair aus, ist aber am schwersten zu erklären. Nimm es nur, wenn du beiden Seiten eine Leistung lieferst.
Rechenbeispiel: dieselbe Kampagne, drei Modelle
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise und ohne Steuern. Die Marke Lunava bucht über Studio Nordlicht eine Kampagne mit Creatorin Mara Linden. Das Honorar für Mara beträgt 3.000 €. Die Agentur will 600 € verdienen.
| Modell | Rechnung | Marke zahlt | Mara erhält | Agentur erhält |
|---|---|---|---|---|
| Aufschlag 20 % | 3.000 € + 20 % = 3.600 € | 3.600 € | 3.000 € | 600 € |
| Provision 20 % | 20 % von 3.000 € = 600 € | 3.000 € | 2.400 € | 600 € |
| Mischform 10 % und 10 % | Aufschlag 300 € + Provision 300 € | 3.300 € | 2.700 € | 600 € |
In allen drei Fällen verdient die Agentur 600 €. Der Unterschied liegt darin, wer es merkt: Beim Aufschlag zahlt die Marke 600 € mehr, bei der Provision bekommt Mara 600 € weniger, bei der Mischung teilen sich beide den Betrag.

Wichtig für die Rechnung: Der Prozentsatz bezieht sich jeweils auf etwas anderes. Beim Aufschlag von 20 % auf 3.000 € sind es 600 €, aber 600 € sind nur 16,7 % von 3.600 €. Gibst du einer Marke „20 % Gebühr“ an, sag dazu, worauf sich die Zahl bezieht.
Agenturgebühr oder Provision: so entscheidest du
Stelle drei Fragen, in dieser Reihenfolge:
- Wer beauftragt dich? Beauftragt dich die Marke, etwa für eine Kampagne mit mehreren Creatorn, passt ein Aufschlag. Beauftragt dich der Creator, passt eine Provision.
- Wer bekommt die Leistung? Wenn du Marken Konzept und Steuerung lieferst, bekommt die Marke etwas für ihr Geld. Wenn du Creatorn Anfragen, Verhandlung und Abrechnung abnimmst, bekommen sie etwas.
- Wie fest ist der Preis? Hat der Creator einen Preis, den die Marke kennt (etwa aus der Rate Card), ist ein Aufschlag leichter zu vermitteln als ein Abzug, der den Preis verändert.
Eine Regel, die sich in der Praxis bewährt: Wer beide Seiten betreut, sollte jede Seite getrennt abrechnen und die Beträge im Angebot sichtbar machen. Wo Konflikte drohen, ist die Mischform das Risiko, nicht die Lösung.
Die Gebühr im Angebot und auf der Rechnung zeigen
Verstecke die Gebühr nicht in einem Gesamtpreis. Marken, die sie später entdecken, fühlen sich getäuscht. Zeige zwei bis drei Positionen und benenne, wofür sie stehen:
Angebot Kampagne Herbst, Marke Lunava
Position 1: Creator-Honorar Mara Linden, 1 Video, 3 Stories, Nutzung auf den eigenen Kanälen der Marke: 3.000 €
Position 2: Agenturleistung (Konzept, Koordination, zwei Korrekturschleifen, Abrechnung): 600 €
Gesamt: 3.600 € ohne Steuern. Zahlungsziel: 14 Tage nach Rechnung.
Was die Steuer betrifft, entscheidet deine Steuerberatung, wie die Positionen auf der Rechnung auszusehen haben. Du sorgst nur dafür, dass das Angebot und die Rechnung dieselben Positionen nennen.
Was die Gebühr abdeckt und was extra kostet
Eine Gebühr ohne Leistungsumfang lädt zu Streit ein. Lege fest:
| Enthalten | Extra |
|---|---|
| Auswahl der Creator, Briefing, Zeitplan | weitere Creator über die vereinbarte Zahl hinaus |
| zwei Korrekturschleifen je Beitrag | jede weitere Schleife |
| Abstimmung mit der Marke, Freigabeprozess | Termine vor Ort, Reisen |
| Abrechnung und Auszahlung an Creator | Zahlung in einer anderen Währung |
Die Aufteilung ist ein Beispiel. Entscheidend ist, dass Marke und Agentur dieselbe Liste kennen.
Einwände von Marken und passende Antworten
Marken fragen nach der Gebühr. Eine ruhige Antwort mit Zahlen wirkt besser als eine Rechtfertigung.
- „Warum zahle ich zusätzlich zum Creator?“ Das Honorar geht vollständig an den Creator. Die Gebühr bezahlt die Arbeit, die sonst bei Ihnen läge: Auswahl, Briefing, Freigaben, Abrechnung.
- „Können Sie die Gebühr senken?“ Nicht ohne den Umfang zu senken. Biete eine Variante mit weniger Leistung an, etwa eine Korrekturschleife statt zwei.
- „Andere Agenturen nehmen weniger.“ Frag, was dort enthalten ist. Vergleiche Leistungsumfang statt Prozentzahl.
- „Ich will nur den Creator.“ Dann bist du vielleicht nicht die richtige Agentur für diesen Auftrag. Sag es offen und biete an, den Creator ohne Zusatzleistung zu vermitteln, mit Provision statt Aufschlag.
Gebühr bei Monatsdeals: laufend statt einmalig
Bei Kampagnen mit mehreren Monaten fällt die Gebühr nicht einmal an, sondern jeden Monat, oder sie wird auf die Laufzeit verteilt. Beide Varianten sind möglich. Wichtig ist, dass im Angebot steht, welche gilt.
Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Elin Berg bekommt von der Marke Kalmira 1.500 € je Monat für sechs Monate, zusammen 9.000 €. Die Agentur vereinbart einen Aufschlag von 10 %. Monatlich sind das 150 € Gebühr und 1.650 € Rechnung an die Marke, über sechs Monate 900 € und 9.900 €. Die Alternative ist eine Einmalgebühr von 900 € im ersten Monat. Für die Agentur ist das früher Geld, für die Marke ein hoher erster Monat. Die laufende Gebühr passt zur laufenden Arbeit, die Einmalgebühr zu Aufwand am Anfang. Vereinbare außerdem, was bei einem vorzeitigen Ende passiert.
Typische Fehler bei der Agenturgebühr
Prozentsätze ohne Bezug
„20 %“ kann 20 % auf das Honorar oder 20 % vom Gesamtbudget sein. Schreibe die Basis dazu und rechne ein Beispiel vor.
Doppelt kassieren ohne Absprache
Wer Aufschlag und Provision nimmt, ohne es beiden zu sagen, riskiert Vertrauen. Sag es beiden Seiten.
Gebühr ändert sich im Laufe der Kampagne
Wird der Umfang größer, steigt die Gebühr, aber nur nach Absprache. Schreibe auf, was bei Änderungen gilt.
Creator kennt die Gebühr nicht
Auch beim Aufschlag sollte der Creator wissen, wie viel die Marke insgesamt zahlt. Sonst wirkt sein Honorar zu klein, wenn er das Budget später erfährt.
So bildet CreatorOffice die Agenturgebühr in der Abrechnung ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation: Was du beim Anlegen einträgst, übernimmt der nächste Schritt. Für die Abrechnung sind diese Funktionen belegt:
- Provisionssatz je Kooperation, je Creator oder als Standard der Agentur, auch mit Sätzen je Herkunft der Anfrage und Staffeln. Beim Anlegen der Kooperation festgeschrieben.
- Anteil des Creators: CreatorOffice rechnet ihn für jeden Monat aus. Auslagen lassen sich provisionsfrei erstatten.
- Rechnung aus Kooperation und Monat: der Rest ist vorbelegt.
- Rechnungsübersicht mit Status, Fälligkeit, Betrag und nächstem Schritt; Zahlungen und Teilzahlungen erfassen.
- Gutschriften und Auszahlungsläufe ab Tarif Team, mit SEPA-Datei für Euro. CreatorOffice selbst überweist kein Geld.

Ob du Aufschlag, Provision oder Mischform wählst und wie du die Gebühr nennst, bestimmst du selbst. Mehr zu Rechnungen steht auf der Seite Rechnungen und Mahnwesen für Agenturen, die Tarife zeigen, was in welchem Tarif steckt.
Häufige Fragen
Was ist eine Agency Fee im Influencer-Marketing?
Eine Agency Fee ist die Gebühr, die eine Agentur zusätzlich zum Honorar des Creators von der Marke verlangt. Sie bezahlt die Leistung der Agentur: Konzept, Koordination, Freigaben und Abrechnung.
Was ist der Unterschied zwischen Agenturgebühr und Provision?
Die Gebühr kommt als Aufschlag von der Marke obendrauf. Die Provision wird vom Honorar des Creators abgezogen. Für die Agentur kann derselbe Betrag herauskommen, für Marke und Creator ändert sich, wer ihn trägt.
Wie hoch sollte die Agenturgebühr sein?
Dazu nennen wir keine Zahlen. Rechne von deinem Aufwand aus: Wie viele Stunden kosten Konzept, Steuerung und Abrechnung, und was soll eine Stunde bringen? Prüfe die Summe an deinem Leistungsumfang.
Wie zeige ich die Gebühr im Angebot?
Als eigene Position neben dem Creator-Honorar, mit einem kurzen Satz, was sie abdeckt. So sehen Marken, wofür sie zahlen. Steuerliche Fragen zur Rechnung klärst du mit deiner Steuerberatung.
Kann ich Gebühr und Provision gleichzeitig nehmen?
Ja, wenn beide Seiten es wissen und der Nutzen für jede Seite klar ist. Das Risiko ist Intransparenz. Zeige im Angebot und in der Abrechnung getrennt, was wer zahlt.
Wie rechne ich die Gebühr, wenn die Kampagne größer wird?
Lege vorab fest, ob die Gebühr fest ist oder mit dem Honorar wächst. Bei Änderungen schreibst du den neuen Umfang und die neue Gebühr in einen Nachtrag zum Angebot.
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